Bistum Aachen zahlt Millionen drauf

Von: Robert Esser
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Aachen. Um fast 50 Prozent schießen die Kosten für die wichtigsten Reformbausteine des neuen Pfarrverwaltungssystems im Bistum Aachen in die Höhe. Auf 3,2 Millionen Euro hatte die Unternehmensberatung Droege & Comp. im Auftrag des Generalvikariats den Betrieb der vier Verwaltungszentren kalkuliert.

Im Priesterrat der Diözese wurde jetzt bekannt, dass bis 2011 pro Jahr 4,5 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Sparpotenzial beim insgesamt rund neun Millionen Euro teuren Pfarrverwaltungsapparat sieht man hingegen im Generalvikariat und auf Gemeindeebene. Mit der Reform wollen Bischof Heinrich Mussinghoff und Generalvikar Manfred von Holtum eigentlich Kirchensteuermittel in Millionenhöhe einsparen.

Doch 190 der 540 Pfarren wollen ihre Personal- und Budget-Angelegenheiten lieber in Eigenregie regeln.

„Wir erwarten, dass ab 2010, wenn alle Pfarren in 71 Kirchengemeindeverbände gegliedert sind, auch die Akzeptanz der Zentren steigt”, sagte am Mittwoch Bistumssprecher Franz Kretschmann. Die Verwaltungszentren stehen seit ihrer Gründung 2007 in der Kritik. Um künftig noch mehr Dienstleistungen für Pfarren „reklamationsärmer” zu organisieren, hatte man jüngst eine weitere Managementberatung (HLP Hirzel Leder & Partner) und mehr Fachpersonal ins Haus holen müssen.

Indes treten immer mehr Menschen aus der Kirche aus - rund 3500 jährlich im Bistum Aachen. Deswegen startet die Diözese im Frühjahr 2010 eine deutschlandweit einzigartige „Kirchensteuerkampagne”. Dabei will der Bischof mit einer „Kirchensteuerbroschüre”, mit speziellen Internet-Angeboten und Dankesbriefen gegen den „Erosionsprozess” vorgehen. Jüngere Erwachsene zwischen 17 und 35 Jahren sollen gezielt angesprochen werden. Für 2009 wird erwartet, dass die Steuereinnahmen der Diözese um 31 Millionen Euro sinken.
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