Bischof Mussinghoff baut Bistum nun endgültig um

Von: Robert Esser
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Aachen. <b> </b>Abgesegnet und verkündet: Der radikale Umbau des Aachener Bistums geht in die letzte Phase - birgt aber noch Zündstoff.

In einem Brief an die diözesanen Gremien haben Bischof Heinrich Mussinghoff und Generalvikar Manfred von Holtum jetzt die Entscheidungen zusammengefasst, die auf jeden Fall noch bis Ende dieses Jahres umgesetzt werden. Nicht nur finanziell ergeben sich daraus für die Pfarrbasis erhebliche Folgen.

Zentrale Vorgabe ist, dass 160 Gemeinden zu 45 Pfarren fusionieren. Damit sinkt die Gesamtzahl der Pfarren auf etwa 415. Diese werden in 71 Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) gebündelt.

Dann wirds kompliziert, obwohl die Neuordnung auf Zentralisierung und Vereinfachung der Verwaltungsstrukturen abzielt: Zwingend gefordert ist, dass bis zum 31. Dezember alle zu einer GdG gehörenden Pfarren einen gemeinsamen Kirchengemeindeverband (KGV) gegründet oder eine neue vereinigte Pfarre auf GdG-Ebene gebildet haben. Abweichler will Mussinghoff zu Beitritt oder Fusion zwingen.

Vier große KGVs unterhalten dann jeweils ein Verwaltungszentrum, das als Dienstleister für alle Gemeinden deren Finanz-, Personal- und Immobilienfragen betreut. Das traditionelle Rendantenwesen wird nach der Kirchenvorstandswahl 2009 außer Kraft gesetzt.

Aus den Pfarrgefügen herauslösen will man sämtliche katholischen Kindergärten. Zum 1. Januar 2010 sollen vier große Träger - an die Verwaltungszentren angedockt - entstehen. Arbeitgeber für die Erzieherinnen ist dann nicht mehr die Pfarre vor Ort, sondern der neue Träger. Der Übergang der Kitas werde spätestens bis zum 1. August 2010 vollzogen, erklärt Generalvikar von Holtum.

Anfang März soll eine umfangreiche Broschüre veröffentlicht werden, „die neben Zielen und Maßnahmen, Ansprechpartner, Arbeitshilfen und Zeitpläne für die Maßnahmen der Veränderung enthält”, kündigt Mussinghoff an.

Von Holtum erinnert in dem Entscheidungskatalog namens „Gemeinsam auf dem Weg” an das vor 20 Jahren vom damaligen Bischof Klaus Hemmerle angestoßene Leitwort der „Weggemeinschaft”. „Aber Stillstand und Verharren sind keine geeigneten Antworten auf die Herausforderungen”, schreibt der Generalvikar. Mussinghoff habe den Prozess mit der „Kooperativen Pastoral” verbunden. Mit der Neuordnung der 71 GdGs würden die kirchlichen Verwaltungsstrukturen nun angepasst und „in ihrer Dienstfunktion für die Pastoral besser organisiert”, schreibt von Holtum.

Unklar scheint indes, welche Folgen die „Neuordnung der Finanzbeziehungen” für die Pfarrbasis hat. Die klassischen „Schlüsselzuweisungen”, über die das Bistum Kirchensteuermittel verteilt, fließen ab 2010 über verschiedene „Leistungspakete”: Gelder erhalten die KGVs unabhängig von den Mitteln für die Pfarren.

Unterschieden werden außerdem Zuschüsse für Kirchen und Gebäude („unter Berücksichtigung des Gebäudekonzeptes der GdG”), Sondermittel für „dauerhafte pastorale Schwerpunkte mit überörtlicher Bedeutung”, Projektmittel für „pastorale Innovationen” und Pauschalen - etwa zur Finanzierung der Verwaltungszentren.
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