Bischof Heinrich Mussinghoff lehnt jede Ausnahme ab

Von: Robert Esser
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Bischof Heinrich Mussinghoff
Es kommt hart für den Bischof: Das Bistum Aachen hat sich bei seinen Sparplänen verrechnet und muss jetzt deutlich mehr Geld ausgeben als für das Budget für die kommenden Jahre geplant war. Foto: Robert Esser

Aachen. Freude und Leid - von der Kirchenkanzel wird beides verkündet. Aber am Sonntag verlasen die Pfarrer vielerorts nicht nur Gottes Botschaft, sondern ein Machtwort des Bischofs. Heinrich Mussinghoff hatte vielen Fusionskandidaten zum Wochenende in Briefen mitgeteilt, wie er über die Zukunft ihrer Pfarren entschieden hatte.

In gut acht Monaten wird das Aachener Bistum sein Gesicht wie nie zuvor geändert haben - und mehr als 100 Pfarren weniger zählen.

144 Gemeinden fusionieren zu 35. 415 Pfarren bleiben am 1. Januar 2010 übrig - teils mit neuem Namen. Und mit neuer Hauptpfarrkirche. Über mehr als doppelt so viele Kirchengebäude verfügt das Bistum. Man mag daran ablesen, wie schwierig gerade dieser Aussiebprozess war. Viele Pfarrgremien kamen auf keinen gemeinsamen Nenner.

Jetzt griff Mussinghoff - wie angekündigt - durch. Enttäuschungen ersparte er dabei auch nicht den Pfarren im Schatten des Doms. Die Gemeindegemeinschaft Aachen-Mitte hatte die Bistumsleitung um die Anerkennung von vier statt nur einer Hauptkirche gebeten. Mussinghoff lehnte ab.

St. Foillan machte das Rennen, sechs Gemeinden haben das Nachsehen. Die neue Mammutfusionsgemeinde wird „Franziska von Aachen” heißen. In Burtscheid konnten die Fusionsgegner in St. Gregorius nur den Namen ihres Pfarrpatrons retten: Die Pfarre wird aufgelöst und mit drei Nachbarn der Hauptkirche St. Michael untergeordnet. Der neue Pfarrname ab 2010: „Gregor von Burtscheid”.

Die Namensvorschläge der Vereinigungskandidaten in Aachen-Nord, Herzogenrath-Kohlscheid und Schwalmtal lehnte Mussinghoff ab, „weil sie keine Namen von Heiligen ausgewählt hatten”. Die Pfarren haben nun bis zum 30. Juni Zeit, einen neuen Namenswunsch vorzulegen - andernfalls entscheidet auch hier der Bischof.

Nach derzeitigem Planungsstand sollen nach der Neuordnung des Aachener Bistums für die 71 Gemeinschaften von Gemeinden (GdG) 17 fusionierte Großpfarren und 54 Kirchengemeindeverbände gegründet sein. Sie fungieren dann anstelle der einzelnen Gemeinden auch als Anstellungsträger für tausende kirchliche Mitarbeiter auf Pfarrebene.
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