Köln - Bilfinger: Klarheit über Kölner Archiveinsturz erst 2011

Bilfinger: Klarheit über Kölner Archiveinsturz erst 2011

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Stadtarchiv Köln
Das eingestürzte Kölner Stadtarchiv. Foto: ddp

Köln. Die Ursache für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs wird voraussichtlich erst im nächsten Jahr geklärt werden: Er hoffe, dass es im ersten Halbjahr 2011 mehr Klarheit gebe, sagte der Vorstandschef des Baukonzerns Bilfinger Berger, Herbert Bodner, am Donnerstag in Mannheim.

Derzeit werde noch das Archivmaterial geborgen. Bilfinger ist an dem U-Bahnbau in Köln beteiligt und war wegen Baupfusch-Vorwürfen in die Kritik geraten. Zwei Menschen waren bei dem Unglück im Frühjahr 2009 ums Leben gekommen.

Egal, was das Ergebnis der Untersuchung zur Unglücksursache sein werde - „das Unternehmen wird sich seiner Verantwortung stellen, mit mir oder ohne mich an der Spitze”, sagte Bodner bei der Präsentation der Halbjahreszahlen des Konzerns. Der Vertrag des Managers läuft im Sommer 2011 aus.

Die Qualitätssicherung werde bei Bilfinger einen noch höheren Stellenwert einnehmen als bisher und auch die Subunternehmen einbeziehen, kündigte der Vorstandschef an. Unabhängig davon hätten Experten bei einer generellen Überprüfung von Standsicherheit und Qualitätssicherung bei Ingenieurbauprojekten Bilfinger ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Für dieses Jahr peilt der zweitgrößte deutsche Baukonzern nach einem unerwartet kräftigen Gewinnsprung im ersten Halbjahr das beste Ergebnis in seiner Firmengeschichte an. Die Leistung blieb in den ersten sechs Monaten zwar unverändert bei 3,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte Bilfinger aber auf 135 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Gewinn sprang von 65 auf 118 Millionen Euro.

Das Ergebnis sei höher ausgefallen als vom Unternehmen erwartet, sagte Bodner mit Blick auf die bereits am Mittwoch veröffentlichten Zahlen. Unerwartet stark legte nach seinen Angaben das Ergebnis im Geschäft mit Immobiliendienstleistungen sowie mit Wartung und Instandhaltung von Kraftwerken zu.

Im Gesamtjahr will das Unternehmen seine bisherigen Bestmarken bei Ergebnis und Gewinn aus dem Jahr 2008 übertreffen. Beim Ebit peilt Bilfinger mindestens 300 Millionen Euro an, nach 173 Millionen im vergangenen Jahr. Der Gewinn - inklusive der australischen Tochter Valemus, die Bilfinger an die Börse bringen will - soll sich von 140 auf mindestens 250 Millionen Euro verbessern.

Den für Sommer geplanten Börsengang von Valemus hatte Bilfinger wegen der schlechten Stimmung an den Aktienmärkten vorschoben. Das nächste Zeitfenster dafür sei das Frühjahr 2011. Auch ohne den Erlös aus dem Börsengang der Tochter habe Bilfinger ausreichende Mittel für mögliche Zukäufe im Dienstleistungsbereich, sagte Bodner. Bilfinger baut seit geraumer Zeit sein Geschäft mit Dienstleistungen aus und verringert den Anteil des Baugeschäfts.
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