Karlsruhe/Köln - BGH bestätigt: Lebenslang für „Kofferbomber von Köln”

BGH bestätigt: Lebenslang für „Kofferbomber von Köln”

Von: dpa
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Kofferbomber / Youssef el-Hajdib / Stinkefinger
Der Angeklagte im „Kofferbomber”-Prozess, Youssef El H., zeigt im Oberlandesgericht in Düsseldorf den anwesenden Journalisten den Mittelfinger. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Foto: dpa

Karlsruhe/Köln. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die lebenslange Haft für den „Kofferbomber von Köln” bestätigt. Die Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf vom Dezember 2008 blieb ohne Erfolg, teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Der „Kofferbomber” Youssef El Hajdib war nach knapp einjährigem Prozess als Haupttäter der gescheiterten Terroranschläge auf deutsche Regionalzüge verurteilt worden (Az: 3 StR 327/09).

Der damals 25-jährige libanesische Student hatte zugegeben, am 31. Juli 2006 mit seinem Komplizen Jihad Hamad zwei Kofferbomben im Kölner Hauptbahnhof in zwei Regionalzügen deponiert zu haben. Die Zünder lösten zwar aus, die Bomben detonierten aber nicht, weil in den Gasflaschen kein explosionsfähiges Gemisch war.

Laut Urteil wollten die beiden Männer mit ihrer Tat Rache üben für die Veröffentlichung der sogenannten Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung im September 2005 sowie in zwei deutschen Tageszeitungen Anfang Februar 2006. Unmittelbar nach der Tat flüchteten die beiden in ihr Heimatland. El Hajdib kehrte jedoch wenige Tage später nach Deutschland zurück. Am 19. August 2006 wurde er festgenommen. Der 20 Jahre alte Hamad wurde 2007 im Libanon zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Die Verteidiger hatten vor dem OLG Freispruch gefordert. Die Libanesen hätten es sich im letzten Moment anders überlegt und absichtlich nur Attrappen in den Zügen platziert. Ein gegenteiliges Geständnis Hamads im Libanon müsse durch Folter oder Androhung von Folter erpresst worden sein, hatten die Anwälte damals argumentiert.

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