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Beziehungsdrama in Düren: Opfer nach Kopfschuss außer Lebensgefahr

Von: Jörg Abels und Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
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Erst als die angeforderten Spezialkräfte am Tatort in der Dürener Innenstadt eingetroffen waren, drang die Polizei in den Friseursalon ein. Die Beamten fanden im hinteren Bereich schließlich den Täter, der wenig später verstarb und das lebensgefährlich verletzte Opfer. Foto: bugi

Düren. Am Tag nach dem blutigen Beziehungsdrama in der Dürener Innenstadt liegen der Staatsanwaltschaft Aachen erste Erkenntnisse über den Ablauf der grausamen Tat vor, die sich am Dienstagnachmittag am Wirteltorplatz ereignet hatte.

Demzufolge betrat der 27-jährige Täter gegen 14.45 Uhr den Friseursalon, in dem seine gleichaltrige Ehefrau arbeitete. „Ohne ein Wort zu äußern, gab er einen Schuss auf seine Frau ab, der diese jedoch verfehlte“, gab Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts bekannt.

In hinteren Raum gedrängt

Während die übrigen Angestellten und die Kunden aus dem Ladenlokal rannten und sich in Sicherheit brachten, soll der Täter seine Frau in einen, im hinteren Bereich des Geschäfts gelegenen, Raum gedrängt haben. „Dort kam es zu mindestens zwei, zeitlich versetzten Schüssen des Mannes“, erklärte die Staatsanwältin. „Die Frau wurde durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt, ist jedoch mittlerweile außer Lebensgefahr und hat nach Auskunft der Ärzte keine Gehirn- oder Nervenverletzungen erlitten. Anschließend tötete der Mann sich mit einem aufgesetzten Steckschuss gegen die rechte Schläfe selbst“, teilte Katja Schlenkermann-Pitts weiter mit.

Viele Antworten stehen aber immer noch aus. Mit welcher Waffe hat der 27-Jährige geschossen? Wie hat er sich die Waffe beschafft? Wann fielen die Schüsse, mit denen er seine Frau schwer verletzt hat? Wie viel Zeit ist zwischen den Schüssen, die zu den Verletzungen geführt haben und dem Zugriff durch die Einsatzkräfte verstrichen? Blieben die beiden Verletzten vielleicht sogar mehr als eine Stunde unversorgt, weil man das Eintreffen des Sondereinsatzkommandos abwartete? „Der zeitliche Ablauf ist noch vollkommen unklar“, antwortete Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts auf Nachfrage unserer Zeitung. Die genauen Details kenne man noch nicht, sagt sie. „Für uns ist noch unklar, wie lange Täter und Opfer da gelegen haben“, dies müsse noch ermittelt werden.

Abgewartet wird darüber hinaus auch noch der waffenrechtliche Untersuchungsbericht. Die Frage, wie viele Waffen der Täter eingesetzt hat, blieb am Mittwoch offen. Schlenkermann-Pitts: „Es gibt unterschiedliche Zeugenaussagen darüber, ob der Täter eine oder vielleicht sogar auch zwei Waffen benutzt hat.“

Klar ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft bisher nur das Motiv des 27-jährigen Täters. Die Staatsanwaltschaft geht weiterhin davon aus, dass eine emotional eskalierte Trennungssituation Auslöser der Bluttat war: „Es gab Differenzen über eine Trennung der Eheleute. Der Trennungsvorgang hatte offenbar begonnen.“ Die Eheleute sollen zum Zeitpunkt der Tat auch schon getrennt gelebt haben. Zu weiteren Details wollte sich Schlenkermann-Pitts nicht äußern: „Wir müssen die Zeugenbefragungen abwarten.“

Es stellen sich aber auch neue Fragen. So soll es bereits in der vergangenen Woche einen Polizeieinsatz gegeben haben, weil der Mann seine Frau auf offener Straße bedroht haben soll. Diesen Sachverhalt, der ohne großen Aufwand im polizeilichen Einsatzrechner nachzuprüfen wäre, wollten Staatsanwaltschaft und Dürener Polizei weder bestätigen noch dementieren. Das sei Gegenstand der Ermittlungen, erklärte eine Polizeisprecherin. Schlenkermann-Pitts: „Dazu habe ich keine gesicherten Informationen.“

Die Spurensuche vor Ort war am Dienstag erst kurz vor 22 Uhr abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt verließen die letzten Beamten den Tatort und versiegelten den Friseursalon.

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