Köln - Bewährungsstrafe für Mord-Komplott

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Bewährungsstrafe für Mord-Komplott

Von: ddp-nrw
Letzte Aktualisierung:

Köln. Eine 27-jährige Kinderpflegerin ist am Freitag vor dem Kölner Landgericht wegen versuchter Anstiftung zum Mord zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Der Staatsanwalt hatte eine einjährige Bewährungsstrafe gefordert und bereits damit den üblichen Strafrahmen von mindestens drei Jahren unterboten.

Die Tat, bei der die Angeklagte Jugendliche überreden wollte, die Mutter ihres Ex-Freundes zu töten, sei derart dilettantisch geplant worden, dass eine Minderung des gesetzlichen Strafrahmens vertretbar sei, sagte der Ankläger im Plädoyer.

Dieser Meinung schloss sich auch das Gericht an, das die Annahme des Regelstrafrahmens für „unvertretbar” hielt, so „außergewöhnlich sei das Geschehen”.

Die junge Frau hatte im Prozess unter Tränen gestanden, mehrere ihr bekannte Jugendliche mit der Ermordung der Mutter ihres Ex-Freundes beauftragt zu haben. Sie gab der Mutter die Schuld, dass der Freund nach zweieinhalb Jahren Partnerschaft sich von ihr getrennt hatte.

Die Schüler waren zum Schein auf den Mordplan eingegangen. Das Ganze war aufgeflogen, weil einer von ihnen sich den Eltern anvertraute. Die hatten dann die Polizei eingeschaltet.

Die Angeklagte habe die Schüler „zur heimtückischen Tötung eines Menschen bestimmt”, urteilten die Richter. Allerdings zeige die Tat „ein außergewöhnlich kindlich-naives Gepräge, geplant von einer unausgereiften Persönlichkeit”.

Zudem habe die Angeklagte mit der Wahl ihrer „völlig harmlosen und ungeeigneten Gehilfen” gezeigt, welch „völlig absurder Idee” sie aufgesessen sei. Für das Opfer habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden.

Wesentlicher Punkt für das milde Urteil war die Aussage des Opfers im Zeugenstand: Die Mutter hatte unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass sie ärztliche Hilfe für die Angeklagte sinnvoller erachte als strafrechtliche Konsequenzen.

Die Kinderpflegerin arbeitet auch heute noch in einem Kindergarten. Sie plant demnächst eine Weiterbildung zur Erzieherin. An ihrer beruflichen Eignung habe die Kammer keinen Zweifel, hob der Vorsitzende Richter ausdrücklich hervor.
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