Bewährungsstrafe für Helfer der „Sauerland-Gruppe”

Von: Oliver Teutsch, ddp
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Frankfurt. Ein Helfer der islamistischen „Sauerland-Gruppe” ist am Montag vom Frankfurter Oberlandesgericht zu einer Haftstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Zuvor hatte der 23-jährige Burhan Y. ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er räumte ein, die in Pakistan und Afghanistan ansässige terroristische Vereinigung Islamische Dschihad-Union (IJU) unterstützt zu haben.

Dem Geständnis war eine Absprache der Prozessbeteiligten vorausgegangen, wonach dem Angeklagten eine Haftstrafe von maximal einem Jahr auf Bewährung in Aussicht gestellt wurde. Der aus dem südhessischen Langen stammende junge Mann hatte im Sommer 2006 über einen Schleuser der IJU 1100 Euro an seinen Bruder Adem Y. für die Reise in ein Ausbildungslager für Terroristen transferiert.

Adem Y. wiederum war am vergangenen Donnerstag vom OLG Düsseldorf zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte mit drei anderen Mitgliedern der „Sauerland-Gruppe” mehrere Sprengstoffanschläge in Deutschland geplant.

Adems jüngerer Bruder Burhan Y. schickte außerdem über einen Mittelsmann ein Fernglas, ein Nachtsichtgerät und eine Kamera an Verantwortliche der IJU. Ihm war dabei laut eigener Aussage sehr wohl bewusst, dass das überwiesene Geld und die Ausrüstung für paramilitärische Zwecke eingesetzt werden sollten.

Da Burhan Y. zum Tatzeitpunkt noch Heranwachsender war, verurteilte ihn der Staatsschutzsenat nach dem Jugendstrafrecht und ordnete zudem 150 Stunden gemeinnützige Arbeit an.

Burhan Y. ist in Langen geboren und aufgewachsen. Als sein älterer Bruder Adem im Sommer 2001 mit intensivem Beten begann, eiferte er ihm nach. „Mein Bruder war immer ein Vorbild für mich”, sagte der Soziologiestudent. Ab 2006 habe sich seine Sichtweise des Islam nach und nach radikalisiert. Doch anders als sein Bruder wurde Burhan nicht zum „Dschihad”-Kämpfer. Stattdessen stach er 2007 bei zahlreichen US-Fahrzeugen die Reifen platt und schlug Fensterscheiben ein.

„Zu der Zeit war ich ein bisschen aufgeregt”, sagte Burhan Y., der nach wie vor bei seinen Eltern lebt.

Das Gericht warf dem Angeklagten in der Urteilsbegründung ein „kritikloses Nacheifern des großen Bruders” vor. Gleichwohl glauben die Richter an einen Sinneswandel bei Burhan Y.. Dieser hatte zuvor beteuert, „dass von mir keine Gefahr mehr ausgehen wird”.
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