Aachen/Düren - Betrugsprozess endet mit Haftstrafen für Betrügerbande

Betrugsprozess endet mit Haftstrafen für Betrügerbande

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Mit Haftstrafen endete am Mittwoch der Prozess gegen drei Männer aus Kamerun, im Bild Alberto W. an einem früheren Prozesstag. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Düren. Wegen Betrugs, Diebstahls beziehungsweise wegen entsprechender Beihilfe sind am Mittwoch am Aachener Landgericht drei Männer aus Kamerun unter anderem zu Haftstrafen verurteilt worden.

Die 7. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Beneking sah es als erwiesen an, dass die Verurteilten als Teil einer international operierenden Bande Opfer in Jülich, Langerwehe und Sachsen „mit unglaublicher Perfidie“, wie Beneking sagte, um Zehntausende Euro gebracht hatten.

Richard L. wurde zu einer Strafe von zweidreiviertel Jahren Haft verurteilt, Alberto W. zu einer Strafe von 18 Monaten ohne Bewährung. Eric E. durfte den Gerichtsaal als freier Mann verlassen, da seine Haftstrafe von einem Jahr durch „die übermäßig lange Dauer der Untersuchungshaft“ von einem Jahr und drei Wochen abgegolten ist.

Richter Beneking ordnete an, dass von Haupttäter Richard L. 64.450 Euro einzuziehen seien. Ob er über so viel Geld verfügt oder ob die Ermittler an einen solchen Betrag noch herankommen, ist allerdings eine andere Frage. Eric E. hatte mit Hilfe seines Bruders einer Opferfamilie aus Langerwehe fast 7000 Euro zurückerstattet.

Richter Beneking verwahrte sich in der Urteilsbegründung gegen die Vorwürfe von Richard L., er werde „wegen seiner Hautfarbe als Bürger zweiter Klasse behandelt“. Vor einem deutschen Gericht „die Rassismuskeule zu schwingen“, sei „eine Unverschämtheit“. Ebenso wie die Behauptung, die mehrfach vor Gericht erschienenen Zeugen hätten Falschaussagen gemacht, die ihn, Richard L., belastet hätten. Die Behauptung sei während der Verhandlung durch nichts gestützt worden.

Auch Alberto W. warf Beneking vor, seine Darstellung der Dinge „sei nicht zu fassen“. Auch wenn W. nicht ihm nicht alle vorgeworfenen Straftaten hätten bewiesen werden können, sei W. zumindest Beihilfe zu einigen geleistet. Dass er trotz laufender Bewährung eine relativ milde Strafe erhielt, sei auch der Tatsache geschuldet, dass er durch die lange Untersuchungshaft, „die der Justiz zuzurechnen ist“, die Geburt seines Kindes verpasste - und auch dessen Beerdigung. Denn das Kind war nicht lange nach der Geburt gestorben, sagte Beneking.

Dass die Untersuchungshaft mehr als ein Jahr dauerte, hatte damit zu tun, dass der Prozess in der ersten Auflage hatte abgebrochen werden müssen. Ein Schöffe hatte sich einer Verteidigerin von Eric E. unbotmäßig genähert, einem entsprechenden Ablehnungsantrag hatte Beneking stattgeben müssen: das erste Mal in seiner mehr als 30 Jahre währenden Dienstzeit am Landgericht Aachen.

Am 14. August hatte der Prozess von vorn begonnen. Die Urteile gegen die drei Männer sind noch nicht rechtskräftig. Ihnen steht die Revision zum Bundesgerichtshof offen.

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