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Betrüger plündern Archiv-Spendenkonto

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Köln / Stadtarchiv / Einsturz
Feuerwehrleute bergen in Köln Dokumente in den Trümmern des Stadtarchivs. Foto: dpa

Köln. Betrüger haben sich an dem Spendenkonto bedient, das die Stadt Köln für betroffene Anwohner des Archiv-Einsturzes angelegt hatte. Die Kontonummer war bundesweit in den Medien und im Internet veröffentlicht worden.

Ein Sprecher der Stadt bestätigte am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa, dass es mehrere unberechtigte Lastschriften auf dem Konto gegeben habe: „Das fing bereits kurz nach der Veröffentlichung der Bankverbindung an.” Bei Routinekontrollen seien die nicht genehmigten Abbuchungen aufgefallen, so dass das Geld rechtzeitig zurückgefordert werden konnte. Die Stadt Köln habe inzwischen Strafanzeige gegen mehrere Verdächtige gestellt. Diese hatten offenbar Waren bei Unternehmen im Internet bestellt und wahrscheinlich an falsche Adressen liefern lassen.

Für die Bezahlung per Lastschrift hatten sie das Spendenkonto angegeben. In welcher Höhe entsprechende Firmen geschädigt worden sind, konnte die Stadt noch nicht beziffern.

Das Hilfskonto war von der Stadt Köln eingerichtet worden, um Opfern nach dem Einsturz des Historischen Archivs zu helfen. Über die Vergabe der Gelder entscheidet ein „Runder Tisch”, dem Vertreter von Kirchen und Stadtverwaltung angehören.

Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Soziale Fragen in Berlin, hält den Betrug mit Spendenkontos nicht für ein Massenproblem. „Das kommt immer mal wieder vor, wenn Kontonummern öffentlich leicht zugänglich gemacht werden.” In der Regel bekämen Spendenorganisationen das zu Unrecht abgebuchte Geld zurück.

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