Besucher werden Galeerensklaven

Von: Ulrich Simons
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Junge Museumsbesucherinnen als
Junge Museumsbesucherinnen als „Galeerensklaven”. Die Ausstellung „HighTech-Römer” im LVR-Landesmuseum in Bonn bietet zahlreiche Gelegenheiten, die genialen technischen Erfindungen der Antike nicht nur anzusehen, sondern auch selbst auszuprobieren. Foto: Ulrich Simons

Bonn. Dem Typ mit dem schwarzen Schnauzbart möchte man nicht im Dunkeln begegnen. Im Hellen eigentlich auch nicht. Mit wilden lateinischen Kommandos staucht er seine Galeerensklaven zusammen, während er mit wuchtigen Trommelschlägen den Rudertakt vorgibt.

Die vierköpfige Schiffsbesatzung rudert, was das Zeug hält und hat Spaß. Denn der Einpeitscher ist nur eine Zeichentrickfigur auf einem großen Flachbildschirm, die „Galeere” ein stark verkleinertes Modell mit gerade mal vier Ruderbänken, und die „Galeerensklaven” sind vier Mädchen einer Schulklasse aus Bonn.

Wer sehen und erleben möchte, wieviel Spaß ein Museumsbesuch machen kann, der sollte sich in diesen Tagen nach Bonn aufmachen. Im LVR-Landesmuseum läuft unter dem Titel „HighTech Römer” eine Präsentation, die vieles in den Schatten stellt, was man zu diesem Thema bereits im Rheinland gesehen hat.

„Familien-Mitmach-Ausstellung” (Untertitel: „Schauen. Machen. Staunen.”) haben die Macher ihre Präsentation getauft, die so gar nichts von dem Muff ähnlicher, meist ausgesprochen kopflastiger Präsentationen hat. Wenig Text, viel Vergnügen: (Fast) alles darf man anfassen, ausprobieren, sich faszinieren lassen von den Geniestreichen und technischen Errungenschaften unserer römischen Vorfahren. Wie die Römer vor 2000 Jahren ohne Elektrizität, PC und iPhone technische Meisterleistungen vollbrachten, können die Besucher in neun verschiedenen Themenbereichen an mehr als 30 Stationen ausprobieren.

Da kann man mit „steinernen” Blöcken Bögen und Gewölbe bauen, mit Bauklötzen eine Wasserleitung (Aquädukt) kon­struieren, eine römische Stadt planen oder mit Katapult und Balliste (und ungefährlichen Plastikbällen) auf Zielscheiben schießen. Man kann Kräne und Flaschenzüge mit „schweren” Steinblöcken erproben oder bleichen Marmorstatuen am TouchScreen ihre ursprüngliche Farbe zurückgeben und sie dann in einen virtuellen Garten stellen. Dabei erfährt der Besucher dann auch, welche Naturfarben den Römern zur Verfügung standen und aus welchen Ländern sie sie bezogen. Pädagogischer Kniff: Während sich manche Aufgaben im Alleingang lösen lassen, läuft an anderen Stationen nichts ohne Teamarbeit.

Zusatz-Infos auf dem Handy

Der Brückenschlag in die Jetztzeit gelingt mithilfe zahlreicher Filme und so genannter Quick Response Codes (QR-Codes) an den einzelnen Stationen. Die lassen sich mit entsprechend ausgerüsteten Smartphones einscannen, und der Besucher erfährt weitere Details, indem er z.B. auf einer Internet-Site landet oder einen Film auf Youtube zu sehen bekommt.

Die sehenswerte Ausstellung entstand in Kooperation mit den beiden niederländischen Museen „Het Valkhof” in Nijmegen und „Museon” in Den Haag sowie dem „Technopolis” im belgischen Mechelen. Die Begleittexte zu den einzelnen Exponaten sind daher mehrsprachig.

Bonn ist die zweite Station, in Nijmegen waren die „HighTech Römer” bereits zu Gast. Die Erfahrung, die man dort gemacht hat: Kinder von 0 bis 99 Jahren waren begeistert.

HighTech-Römer: Tipps zum Ausstellungsbesuch

Ausstellungsort: LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstraße 14-16, 53115 Bonn, Telefon 0228 2070-0

Ausstellungsdauer: 29. März bis 2. September 2012

Öffnungszeiten:Dienstag bis Freitag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 13 bis 18 Uhr. Montags geschlossen. Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag sowie Pfingstsonntag und Pfingst­montag geöffnet.

Eintrittspreise: Erwachsene 8 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei, Behinderte mit Ausweis 3,50.
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