Belgische Trappisten kommen mit Bierproduktion nicht hinterher

Von: kna
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Brüssel. Die sieben belgischen und niederländischen Trappistenbrauereien kommen der Nachfrage nach ihren Bieren kaum noch nach.

Der Gerstensaft aus den Klöstern bringe die Trappisten an die Grenzen des Wachstums, berichtet die belgische Wirtschaftszeitung „De Tijd” am Dienstag. „Andere Unternehmer würden vor Freude in die Luft springen, aber nicht die brauenden Patres”, schreibt das Blatt.

Der Marktanteil der Trappistenbiere sei in den vergangenen sechs Jahren in Belgien von rund 8 auf 12,8 Prozent gestiegen. Alle sechs belgischen und die niederländische Trappistenbrauerei hätten ihren Ausstoß erhöht. So sei in Orval die Jahresproduktion innerhalb von zehn Jahren von 40.000 auf 65.000 Hektoliter gesteigert worden. Doch selbst die größere Trappistenbrauerei von Westmalle könne mit jährlich 120.000 Litern nicht alle Durstigen laben.

Zwar hätten die Trappistenbrauereien allesamt Investitionen vorgenommen. Die Abteien seien aber für weiteres Wachstum nicht groß genug: Das begehrte Label „Authentic Trappist Product” werde nur solchen Bieren zuerkannt, deren Produktionsprozess ausschließlich innerhalb der Klostermauern stattfinde.

Die Trappistenbrauereien seien deswegen dazu übergegangen, sämtliche Werbe- und Marketingaktivitäten praktisch auf null zurückzufahren. „Außer Flaschenöffnern mit unserem Logo gibt es keine Reklame”, zitiert „De Tijd” den Produktionsleiter von Westmalle, Jan Adriaensens.

In der vergangenen Woche hatte die Trappistenbrauerei Westvleteren in einer Sonderaktion ihr 2005 zum besten Bier der Welt gekürtes Produkt in belgischen Supermärkten zum Kauf angeboten. Normalerweise ist das Bier nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung im Kloster selbst in streng rationierter Menge zu erwerben. Die Trappisten wollten mit der Aktion die Renovierung ihrer Abtei finanzieren. Von den 93.000 „Bausteinboxen”, die über eine Supermarktkette verkauft wurden, waren nach Angaben des Händlers nach kurzer Zeit nur noch weniger als 200 erhältlich. In den meisten Filialen war das Bier bereits wenige Stunden nach Beginn der Aktion ausverkauft.
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