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Belgische Justiz streitet über Ermittlungen zur Kirche

Von: dpa
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Brüssel. Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche Belgiens führen zu Streit innerhalb der Justizbehörden.

Es ist immer noch unklar, ob großangelegte Durchsuchungen im Juni in der zentralen Diözese Mechelen und in anderen Bistumsverwaltungen gerechtfertigt waren.

Eine Berufungsinstanz urteilte zwar bereits am 13. August. Die Entscheidung könne aber wegen justizinterner Meinungsverschiedenheiten nicht veröffentlicht werden, berichtete die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Brüssel. Der verantwortliche Ermittlungsrichter sperre sich dagegen. Das belgische Justizsystem gilt als ausgeprochen kompliziert und wenig transparent.

Bei den Untersuchungen der Justiz geht es darum, ob die katholische Kirche Belgiens über Missbrauchsvorwürfe gegen Priester Bescheid wusste und entsprechende Erkenntnisse geheim gehalten hat. Die Durchsuchungen waren von Papst Benedikt XVI. als „beklagenswert und verwunderlich” verurteilt worden. Die Bischöfe waren nach Angaben von Radio Vatikan neun Stunden lang festgesetzt worden, Mobiltelefone und vertrauliche Unterlagen seien beschlagnahmt und die Gräber von zwei Kardinälen aufgebrochen worden.

Im April war der Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes zurückgetreten. Der 74-Jährige hatte eingeräumt, sich vor rund 25 Jahren wiederholt an einem Jungen vergangen zu haben - auch, als er bereits Bischof war.

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