Whatsapp Freisteller

Beim Atom-GAU stößt Europa an seine Grenzen

Von: Christian Rein
Letzte Aktualisierung:
tihange1
Block 2 in Tihange (Foto) und Block 3 in Doel sind derzeit nicht am Netz. Sie wurden untersucht, weil an ihren Reaktordruckbehältern je Tausende Risse entdeckt worden waren. Foto: dpa
tihange2
Block 2 in Tihange (Foto) und Block 3 in Doel sind derzeit nicht am Netz. Sie wurden untersucht, weil an ihren Reaktordruckbehältern je Tausende Risse entdeckt worden waren. Foto: dpa

Aachen/Maastricht/Lüttich. Im Fall eines schweren nuklearen Unfalls in einem der benachbarten Kernkraftwerke ist die internationale Zusammenarbeit beim Katastrophenschutz mangelhaft. So ist die Landesregierung zwar für den Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen zuständig, verweist aber auf Anfrage unserer Zeitung auf die Bundesregierung, die für „Auslandskontakte hinsichtlich der Sicherheit kerntechnischer Anlagen in anderen Staaten“ zuständig sei.

Die Bundesregierung hat aber beispielsweise mit Belgien kein bilaterales Abkommen für eine Nuklearsicherheitskommission, wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der Herzogenrather Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius (Grüne) hervorgeht. Zur Begründung sagt die Bundesregierung, dass solche Kommissionen „vorrangig mit Nachbarstaaten mit grenznahen Anlagen“ vereinbart würden.

Insgesamt liegen fünf ausländische Kernkraftwerke näher an Aachen als der nächstgelegene deutsche Meiler im Emsland, der von Aachen Luftlinie 207 Kilometer entfernt ist. Das am nächsten gelegene Kernkraftwerk befindet sich in Tihange bei Lüttich, Luftlinie 65 Kilometer entfernt. Dessen Block 2 wie auch der Block 3 im zweiten belgischen Meiler in Doel bei Antwerpen (141 Kilometer) sind derzeit abgeschaltet, weil Tausende feiner Risse im Reaktordruckbehälter gefunden worden sind. Die Kraftwerke haben außerdem schlecht bei den EU-Stresstests abgeschnitten. Die belgische Regierung will Mitte Januar entscheiden, ob die Reaktoren wieder angefahren werden.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserer Printausgabe am Donnerstag.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert