Radarfallen Blitzen Freisteller

Bei Alkoholkontrolle Polizisten verletzt: 14 Monate Haft

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Bonn. Aus Angst, bei einer Verkehrskontrolle mit Alkohol am Steuer erwischt zu werden, hat ein 19-Jähriger versucht, einen Polizisten zu überfahren.

Der 51 Jahre alte Beamte konnte sich zwar durch einen Sprung zur Seite retten, doch seine Hand mit der Polizeikelle knallte auf die Windschutzscheibe des Autos, die dabei zerbrach. Seit neun Monaten ist der Polizist dienstunfähig, weil er keine Waffe bedienen kann. Das Bonner Landgericht verurteilte den Autofahrer am Dienstag in zweiter Instanz wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, vorsätzlicher Trunkenheitsfahrt, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte zu 14 Monaten Haft auf Bewährung.

Im Juni vergangenen Jahres war der Angeklagte mit 1,8 Promille Alkohol im Blut in eine Verkehrskontrolle der Polizei in der Nähe einer Diskothek geraten. Er schien dem Beamten, der ihn mit der Polizeikelle auf einen Parkplatz winkte, zunächst zu folgen. Dann jedoch gab er Gas und raste auf den Mann zu. Anschließend floh er auf die nahe Autobahn, konnte jedoch nach zehn Minuten gestoppt werden.

Im Prozess hatte der Angeklagte angegeben, die Person auf der Straße nicht als Polizisten identifiziert zu haben. Das erschien dem Gericht angesichts der neongelben Warnweste des Polizisten, der vier dort parkenden Polizeiwagen und rund zehn weiteren Polizisten wenig glaubhaft. Der Führerschein wurde dem Angeklagten für eineinhalb Jahre entzogen. Als Bewährungsauflage muss er dem Polizeibeamten 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Die Homepage wurde aktualisiert