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Behinderten aus dem Park geschleift?

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
Private Ordnungskräfte sollen
Private Ordnungskräfte sollen einen Mann gewaltsam aus dem Holzbendenpark (Foto) verwiesen haben. Die Stadt weist jede Verantwortung von sich. Foto: Ingo Latotzki

Düren. „Die hatten den jungen Mann im Schwitzkasten und haben ihn immer weiter attackiert.” Heidi Meier-Grass bebt noch die Stimme, wenn sie von dem Vorfall berichtet, den sie jetzt im Park Holzbenden beobachtet hat.

Demnach sei der offensichtlich behinderte junge Mann von Ordnungskräften in Shirts mit dem Aufdruck „Dürener Park Team” gegen seinen Willen gewaltsam aus dem Park geschleift worden.

Als die Stadtverordnete sich eingemischt habe, sei ihr von besagtem „Ordnungsdienst” erklärt worden, dass man als Mitarbeiter der Stadt befugt sei, Leuten ein Aufenthaltsverbot für den Park zu erteilen, so Meier-Grass. Erzürnt verfasste die Politikerin einen Beschwerdebrief an die Stadtverwaltung.

Doch vom zuständigen Ordnungsamt gab es nur die Auskunft: „Die sind nicht von uns und auch nicht in unserem Auftrag unterwegs.” Und auch Berthold Becker, der die ehrenamtlichen Spielplatz-Paten der Stadt betreut, konnte sich nicht vorstellen, dass seine Schützlinge derart spektakuläre Handlungen begehen. „Hier tun ältere Menschen etwas für jüngere. Die Paten werden extra von uns in ihr Amt eingewiesen.”

Tatsächlich hat sich das „Park-Team” vor einem Jahr aus eigenem Antrieb gegründet (die „DN” berichteten). Seinerzeit wurde das ehrenamtliche Engagement der Bürger für die Sauberkeit der Grünanlagen einhellig gelobt. Offiziell wird das Parkteam als Spielplatzpaten geführt.

Haben die Ehrenamtler diesmal ihre Kompetenzen überschritten? Viele der Mitglieder, die sich um den Holzbenden-Park und den Willy-Brandt-Park kümmern, arbeiten beim Dürener Servicebetrieb (DSB). Gegenüber DSB-Leiter Richard Müllejans stellt das Parkteam die fragliche Situation im Holzbenden-Park völlig anders dar.

Natürlich habe man keinen behinderten Menschen aus dem Park geschleift. Vielmehr habe es sich um einen Drogenkonsumenten gehandelt, der seine Drogen auf dem Spielplatz am Ententeich ausgepackt habe und aggressiv geworden sei, als man ihn auf sein Tun angesprochen habe. Müllejans: „Auch ein Spielplatzpate muss sich nicht alles gefallen lassen.” Heidi Meier-Grass erneuert in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach Ordnungskräften, die im Auftrag der Stadt die Parks kontrollieren und dann auch entsprechend geschult sind.

Handlungen lieber mit Sorgfaltabwägen

Auch ein Spielplatzpate sollte seine Handlungen lieber sorgfältig abwägen.

Zwar ist jeder Bürger nach dem Jedermann-Recht befugt, eine andere Person zur Verfolgung nach Straftaten so lange festzuhalten bis die Polizei kommt, doch muss er stets damit rechnen, wegen Gewaltanwendung angezeigt zu werden und selbst vor dem Richter zu landen.

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