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Baum warnt vor Schuldzuweisungen für Loveparade-Unglück

Von: ddp-nrw
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Düsseldorf/Duisburg. In der Diskussion um die Verantwortung für die Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten hat der Anwalt der Opfer, Gerhart Baum, die wechselseitigen Schuldzuweisungen zwischen Veranstalter, Polizei und Stadt scharf kritisiert.

„Die Menschen, die betroffen sind, sind geradezu angewidert von dem Versuch der Beteiligten, jegliche Verantwortung von vornherein von sich zu weisen„, sagte er. Sie stünden ”fassungslos„ vor der Tatsache, dass offenbar für den Tod von 21 Menschen für die vielen Verletzten niemand verantwortlich sei. ”Das begreifen sie nicht”, sagte der Anwalt und frühere Bundesinnenminister am Donnerstag dem Deutschlandradio Kultur.

Er könne nur dringend davor warnen, jetzt schon abschließende Stellungnahmen abzugeben und die Schuld immer nur beim anderen zu suchen, erklärte Baum. „Man muss ja auch berücksichtigen, wer bezahlt eigentlich die Gutachten, die Gutachter. Das Landesgutachten ist vom Land bezahlt worden, das Gutachten der Stadt von der Stadt.” Nach seiner Ansicht wird es „einige Monate” dauern, bis die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen hat.

Das tragische Unglück vom 24. Juli beschäftigt am Donnerstagnachmittag erneut den Innenausschuss des Düsseldorfer Landtages. Dort wird neben Vertretern der Veranstalterfirma „Lopavent” auch der umstrittene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) erwartet. Sie sollen Fragen zu dem Unglück beantworten. Außerdem werden die von Stadt und Innenministerium in Auftrag gegebenen Gutachten eine Rolle spielen, die am Mittwoch vorgestellt worden sind.

Während nach Ansicht des Gutachtens des Innenministeriums die Sicherheit der Veranstaltung alleine in der Verantwortung der Stadt gelegen hat, sieht das Duisburger Gutachten die Stadt als hierfür nicht zuständig. Man habe nicht die gesetzliche Kompetenz gehabt, das von Veranstalter, Polizei und Sicherheitsbehörden aufgestellte Sicherheitskonzept zu prüfen, hieß es. Auch habe kein Anlass dazu bestanden, an dem Konzept zu zweifeln.
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