Aachen/Brüssel - Bahnstreik in Belgien: Ab Aachen geht nichts mehr

Bahnstreik in Belgien: Ab Aachen geht nichts mehr

Von: dpa/red
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Wegen des belgischen Streiks könnte es auch im deutschen Bahnverkehr zu Problemen kommen. Foto: dpa

Aachen/Brüssel. Reisende nach Belgien brauchen am Montag starke Nerven: Wegen eines 24-Stunden-Streiks des belgischen Bahnpersonals kommt es am Montag zu starken Beeinträchtigungen auf den Strecken zwischen Aachen, Köln und Brüssel. In Belgien selbst steht praktisch der gesamte Bahnverkehr still, auf den Autobahnen gibt es lange Staus.

Die Bahnreisenden werden ab Aachen Hauptbahnhof in Bussen nach Brüssel und zurück transportiert. ICE-Züge von Frankfurt/Main nach Brüssel und Paris fahren nur bis Köln. Auch zwischen Köln Hauptbahnhof und Brüssel-Midi ist ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Die Busse von Köln und Aachen fahren laut Bahn zu den Abfahrtszeiten der ICE-Züge ab; im Anschluss geht es von Brüssel zurück nach Aachen und Köln. Die Reisezeit zwischen Köln und Brüssel sowie in Gegenrichtung verlängert sich um rund 60 bis 90 Minuten.

Thalys stellte seinen Verkehr - darunter auch Verbindungen nach Köln und Essen - komplett ein. Auf der Webseite schrieb das Unternehmen: „Wegen eines Streiks in Belgien ist der Zugverkehr den ganzen Tag unterbrochen.” Reisende könnten ihre Tickets umtauschen oder zurückgeben. In Nordrhein-Westfalen halten Thalys-Züge normalerweise in Essen, Duisburg, Düsseldorf-Flughafen, Düsseldorf und Aachen. Auch der Betrieb des Eurostar nach London war gestört. Die Züge fuhren nicht bis Brüssel, sondern endeten im französischen Lille.

In Brüssel haben am Montag zudem umfangreiche Bauarbeiten begonnen. Der Reyers-Viadukt in Schaerbeek ist in beide Richtungen gesperrt. Der Belliard-Tunnel ist in Fahrtrichtung Jubelpark nicht befahrbar. Die Arbeiten dauern bis Ende September.

Die Deutsche Bahn berichtet auf ihrer Webseite über die aktuelle Situation. Gerechnet wird mit Verspätungen zwischen 60 und 90 Minuten. Die Bahn empfiehlt, verzichtbare Reisen von und nach Belgien zu verschieben. Aktuelle Informationen zu einzelnen Zügen finden sich auf der Seite www.bahn.de/reiseauskunft.

In Belgien selbst fielen die meisten nationalen Züge aus. Die belgische Bahngesellschaft SNCB informierte Reisende im Internet und sprach von „schweren Störungen und Verzögerungen” im belgischen und internationalen Zugverkehr. Neben den Eisenbahnern hätten auch viele Lokführer die Arbeit niedergelegt. Viele Pendler Richtung Brüssel stiegen aufs Auto um, so dass sich auf den Autobahnen rund um die Hauptstadt lange Staus bildeten.

In ganz Belgien fuhren aktuell nur 17 Züge. In der Wallonie wird nur noch die Linie zwischen Bertrix und Dinant bedient, Brüssel wird gar nicht angefahren. Deshalb wird auch rund um den Brüsseler Flughafen wird mit einem Verkehrschaos gerechnet. Laut belgischen Medienberichten haben am ersten Ferientag rund 42.000 Menschen einen Flug gebucht, die nun mit dem Auto kommen müssen.

Die 24-Stunden-Aktion soll am Montagabend um 22.00 Uhr enden. Die Eisenbahner protestieren damit gegen Personalmangel und schlechte Arbeitsbedingungen bei der belgischen Bahn. Zu dem Streik hatte die sozialistische Gewerkschaft CGSP-Cheminots aufgerufen. Sie wehrt sich gegen die Personalpolitik der Bahnverwaltung. In den vergangenen Jahren seien 6000 Stellen gestrichen worden, zudem sei es Mitarbeitern nicht möglich, Überstunden abzubauen. Andere Gewerkschaften beteiligten sich nicht und kritisierten den Streik.

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