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Bahnanschläge auch in NRW: Züge verspätet, Reisende genervt

Von: dpa
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Bahn Anschlag Brand
Bundesweit soll es nach Angaben der Bundespolizei nach einem ersten Überblick insgesamt 13 mutmaßliche Anschläge auf Bahnstrecken gegeben haben. Foto: Tnn/dpa

Düsseldorf. Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben Unbekannte in mehreren Bundesländern Feuer in Bahnanlagen gelegt, darunter auch in Nordrhein-Westfalen. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf. Ein mögliches Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene wurde geprüft.

In der Nacht zum Montag wurden nach bisherigen Ermittlungen laut Bundespolizei zwölf Anschläge verübt sowie zwei verhindert. Ziel waren vor allem Kabel an Bahnstrecken. Menschen wurden nicht verletzt. Züge fielen aus, Reisende mussten mit Verspätungen zurechtkommen. Die Bundespolizei geht davon aus, dass diese Brandanschläge auf Täter aus dem extremistischen Spektrum zurückgehen könnten.

Auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org” tauchte ein mögliches Bekennerschreiben auf. Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte, das Schreiben sei bekannt und werde geprüft.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins „Raster”. Es sei aber noch unklar, ob es authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Im Vorfeld des G20-Gipfels hatten Linksextremisten wiederholt Aktionen und Anschläge angekündigt. Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei haben die Vorfälle möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel. Eine politische Motivation könne nicht ausgeschlossen werden und sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen, teilte das OAZ mit.

Generell sei ein Zusammenhang zwischen den Angriffen und linken Protesten gegen den G20-Gipfel möglich, hieß es aus den Sicherheitskreisen. „Angriffe auf die Infrastruktur passen ins Muster linksextremistischer Mobilisierung vor dem G20-Gipfel.”

Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei Dortmund hatten Unbekannte in der Nacht zum Montag Kabel angezündet. Vermutlich sei Brandbeschleuniger verwendet worden, sagte eine Sprecherin. Dabei seien unter anderem Signalkabel beschädigt worden. Die Deutsche Bahn spricht zudem von „Vandalismusschäden” und Kabelbrand an zwei Stellen im Kölner Raum.

In NRW waren Strecken im Kölner Raum und zwischen Dortmund und Bochum betroffen. Bei den Zügen der Linien RE1, RE5, RE6, RE11, S2 und S6 sowie im Fernverkehr gab es nach Angaben der Deutschen Bahn Verspätungen und Zugausfälle, die Züge mussten umgeleitet werden. Am Nachmittag normalisierte sich die Lage im Schienennetz langsam wieder: „In Nordrhein-Westfalen ist der Abschnitt Bochum-Dortmund wieder vollständig in Betrieb”, sagte eine Bahnsprecherin. Dagegen geb es zwischen Köln und Düsseldorf zunächst noch Einschränkungen.

Es waren nicht die ersten Anschläge dieser Art auf technische Bahnanlagen. Im Mai 2011 war nach einem Feuerangriff auf eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz ein großer Teil des Nahverkehrs zusammengebrochen. Die Polizei hielt ein im Internet verbreitetes Bekennerschreiben aus der linksautonomen Szene für authentisch. Demnach wollte eine Gruppe mit dem Namen Hekla mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren.

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