Bahn kämpft gegen Metalldiebe

Von: Jan Mönch
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Metalldiebe
Im Jahr 2012 verzeichnete die Deutsche Bahn 2700 Vorfälle, bei denen Metalle im Wert von 17 Millionen Euro entwendet wurden. Foto: dpa

Aachen/Berlin. Die Deutsche Bahn will sich gegen Buntmetalldiebstahl zur Wehr setzen – und das grenzüberschreitend. Aus diesem Anlass findet am Donnerstag in Berlin der sogenannte Buntmetallgipfel statt, bei dem die Deutsche Bahn als Gastgeber auftritt.

Angekündigt haben sich Vertreter der Bundespolizei, Staatsanwaltschaften sowie anderer europäischer Bahngesellschaften.

Anlass ist die Hochkonjunktur des Delikts „Metalldiebstahl“, unter dem die Bahngesellschaften besonders zu leiden haben. Im Jahr 2012 verzeichnete die Deutsche Bahn 2700 Vorfälle, bei denen Metalle im Wert von 17 Millionen Euro entwendet wurden. Dabei handelte es sich überwiegend um Stahl und Kupfer.

Wohl noch ärgerlicher als der monetäre Schaden: Die Diebstähle sorgten für Verspätungen bei 17 000 Zügen und beliefen sich auf zusammengerechnet 4000 Stunden. „Und die Bahnen in den umliegenden Ländern haben die gleichen Probleme“, sagte Sicherheitschef Gerd Neubeck am Mittwoch im Rahmen einer telefonischen Pressekonferenz.

So wird der Buntmetallgipfel in erster Linie dem Austausch dienen. In Großbritannien etwa, so Neubeck, sei es Händlern seit 2010 untersagt, Metall gegen Barzahlung anzukaufen. Eine Maßnahme, die offenbar beachtlichen Erfolg gezeigt habe. Auf dem europäischen Festland indes würde ein solches Gesetz in einem Staat allein wenig bringen – in Deutschland schließlich hätte der Metalldieb gleich neun Nachbarländer zur Auswahl, in die er ausweichen kann.

Schwerpunkt NRW

Nach allem was man weiß, werden die offenen Grenzen von den Metalldieben ohnehin bereits rege ausgenutzt. Zahlen hierzu habe man zwar nicht, räumte Neubeck ein. Jedoch zeige sich, dass die Metalldiebstähle sich in grenznahen Regionen häufen. Zahlen für unsere Region konnte die Deutsche Bahn ebenfalls nicht nennen. NRW allerdings gehöre zu den Bundesländern, in denen Metalldiebstahl bei der Bahn besonders häufig auftritt: 613 der besagten 2700 Fälle wurden vergangenes Jahr in NRW verzeichnet.

Aufschluss erhofft die Bahn sich auch aus einer eigenen Kriminalitätsstatistik für das Delikt – die es bislang nicht gibt. „Ein echtes Manko“, kritisiert Neubeck. „Wir haben das Thema aber angestoßen und sind Gott sei Dank auf offene Ohren gestoßen.“

Auch ohne den Buntmetallgipfel sieht es so aus, als ob die Bahn gegen den Metalldiebstahl bereits erste Teilerfolge landen konnte. So ging die Zahl der durch Metalldiebstahl verspäteten Züge dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bislang um 20 Prozent zurück, die Verspätungsminuten um immerhin fünf Prozent. Neubeck: „Das sind Erfolge, auf denen wir uns nicht ausruhen wollen.“

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