Axt-Angreifer wegen Drogenpsychose für Tat „nicht verantwortlich”

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Alsdorf. Aufgrund einer akuten Drogenpsychose sei Thomas O. aus Alsdorf nicht verantwortlich für die Tat am 21. Januar gewesen. Das stellte am Dienstag das Aachener Schwurgericht unter dem Vorsitz von Richter Gerd Nohl unmissverständlich fest.

Das Gericht wies den wegen versuchten Mordes an seiner Mutter und an seinem Zwillingsbruder angeklagten jungen Mann dauerhaft in die Psychiatrie ein, für eine Unterbringung auf Bewährung oder in einem betreuten Wohnen sei es noch wesentlich zu früh, meinten die Richter.

Gleichzeitig mahnte Nohl den gerade 29 Jahre alt gewordenen Täter, er selbst müsse daran mitarbeiten, damit er wieder zu einem für alle ungefährlichen Mitglied der Gesellschaft werden könne. Für seinen Anwalt Holger Dassler (Düren) komme es im Wesentlichen darauf an, dass sein Mandant aus der Essener Psychiatrie nach Düren in die dortige Landesklinik verlegt werde, damit er wieder nahe bei seiner Familie sein könne. Die habe ihm verziehen, berichtete der Anwalt, dies obwohl gerade die Mutter schwer verletzt war.

Die Geschichte von Thomas O. ist ebenso grausam wie traurig. Am 21. Januar morgens gegen sechs Uhr schlug der drogensüchtige junge Mann zunächst mit einer großen Axt auf seinen Zwillingsbruder ein, der gerade erst aufgestanden war. In der Nacht hatte Thomas O. Waffen gesammelt.

Zusätzlich zur Axt holte er sich aus dem Gartenschuppen eine Mistgabel sowie einen Vorschlaghammer in sein Zimmer im Obergeschoss. Er habe sich nicht verstanden und zu oft gehänselt gefühlt, sagte er später im Prozess aus. Ob das gegen seine Mutter gehe, war im Verfahren gefragt worden. Nein, wohl eher hätten ihn seine Tanten genervt.

Vom Lärm wach geworden

Thomas O. stammt aus einem „normalen” Haushalt, der Vater war Fliesenleger, die Mutter zog die drei Söhne groß, der älteste Bruder ist Anfang 30. In der Schreckensnacht konnte der Zwillingsbruder trotz des heimtückischen Angriffs Thomas Axthiebe abwehren, leicht verletzt verbarrikadierte er sich schließlich in der Küche. Doch die Mutter (59) war von dem Lärm wach geworden, Thomas traf auf sie, als sie oben an der Treppe stand. Er schlug zu und traf sie am Kopf, sie fiel die Treppe hinunter, erlitt neben einem Schädelbruch diverse Prellungen.

Heute habe die Familie dem Sohn verziehen. Wenn er nach Düren komme, werde man sich dort engmaschig um ihn kümmern können, sagte der Anwalt.
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