Brüssel - AWACS aus Geilenkirchen überwachen Afghanistan

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AWACS aus Geilenkirchen überwachen Afghanistan

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Eines der in Geilenkirchen stationierten Awacs-Flugzeuge. Foto: Georg Schmitz

Brüssel. Die NATO wird in Kürze drei bis vier AWACS- Aufklärungsflugzeuge zur Überwachung des zivilen Luftverkehrs in Afghanistan einsetzen.

Darauf einigten sich die Minister der 28 Bündnisstaaten am Freitag in Brüssel, nachdem Frankreich einen knapp einjährigen Streit um die Finanzierung des Einsatzes beilegte. Ein Drittel der in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) stationierten AWACS-Besatzungen sind deutsche Soldaten. Die Flugzeuge sollen der zivilen Luftkontrolle dienen, nicht der Erfassung von militärischen Zielen.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung begrüßte die Einigung. Die Bundeswehr bewältige die Hälfte des Lufttransports und sei für die gesamte Luftaufklärung zuständig: „Und von daher haben wir ein Interesse an zusätzlicher Flugsicherheit.” Es gebe auch Pläne für eine direkte Flugverbindung zwischen Frankfurt und Kabul: „Und deswegen ist es sinnvoll, dass wir uns hier zusätzlich engagieren - auch mit AWACS-Maschinen der NATO.”

Der Einsatz zur Kontrolle des zunehmenden Luftverkehrs in Afghanistan war von Frankreich blockiert worden. Paris wollte sich nicht an den Einsatzkosten von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr beteiligen, weil es über eigene AWACS-Maschinen verfügt. Auf Frankreich wären etwa 15 bis 18 Millionen Euro entfallen. Nach Angaben von Diplomaten einigten sich die Bündnispartner schließlich darauf, dass sich Frankreich lediglich an den Mehrkosten für den Einsatz in Afghanistan beteiligt - ein Betrag von weniger als einer Million Euro.

Nach Angaben von Diplomaten trägt Deutschland etwa 25 Prozent der Kosten, weil nicht nur ein Drittel der Besatzungen aus Deutschland komme, sondern auch der Stützpunkt Geilenkirchen in Deutschland liegt und etwa 40 Prozent des gesamten Personals Deutsche sind.

Über die Stationierung der mit umfangreichen Radaranlagen ausgestatteten AWACS-Maschinen ist noch nicht entschieden. Bisher wird vor allem an eine Stationierung im türkischen Konya gedacht, weil die Türkei NATO-Mitglied ist. Die Flugzeuge können in der Luft aufgetankt werden.
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