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Auszahlung-Modus für zusätzliche Contergan-Hilfen noch offen

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Aachen. Die finanzielle Hilfe für die deutschen Contergan-Opfer soll weiter aufgestockt werden, der Auszahlungs-Modus ist aber umstritten.

Im Bundestag herrschte am Donnerstagabend Uneinigkeit, ob das zur Verfügung stehende Geld auf einen Schlag ausgezahlt wird oder ob die Betroffenen über einen Zeitraum von 35 Jahren eine jährliche Zusatzrente von rund 3000 Euro erhalten.

Für die Linksfraktion erklärte Ilja Seifert, die heute 50 Jahre alten Betroffenen seien in 35 Jahren vermutlich nicht mehr am Leben. Vertreter von SPD und FDP betonten hingegen, bei einer jährlichen Rente hätten die etwa 2800 noch lebenden Contergan-Opfer bereits nach sechs Jahren die gleiche Summe auf dem Konto wie bei einer Einmalzahlung. Die CDU-Abgeordnete Antje Blumenthal räumte ein, in dieser Frage gebe es noch „Beratungsbedarf”.

Erst im vergangenen Sommer hatten Bundestag und Bundesrat die Entschädigungsrenten auf einen monatlichen Höchstsatz von 1090 Euro verdoppelt. Das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal stellte daraufhin zusätzlich 50 Millionen Euro für die Betroffenen zur Verfügung. Die gleiche Summe soll noch einmal aus Bundesmitteln über die Conterganstiftung bereitgestellt werden, so dass an die Opfer insgesamt 100 Millionen Euro ausgezahlt werden können.

Grünenthal hatte im Jahr 1957 das Schlafmittel Contergan auf den Markt gebracht, das damals auch vielen Schwangeren verordnet wurde. Weltweit kamen dadurch rund 10.000 Kinder fehlgebildet zur Welt, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Viele von ihnen sind bereits gestorben.
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