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Austrittswelle aus der katholischen Kirche im Bistum

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Austrittswelle aus der Kirche: Das Bistum Aachen trifft es hart. Foto: ddp

Aachen. Immer mehr Christen kehren der Kirche den Rücken. Die Austrittswelle trifft das Aachener Bistum besonders hart. Das Amtsgericht Düren etwa zählte seit der umstrittenen Entscheidung von Papst Benedikt XVI. im Umgang mit der Priesterbruderschaft Pius X. doppelt so viele Kirchenaustritte wie in der ersten Februarwoche des Vorjahres.

Auch die Amtsgerichte in Geilenkirchen und Aachen bestätigen, dass die Zahl der Kirchenaustritte spürbar wächst. „Wir können natürlich nur spekulieren, aus welchen Gründen jemand aus der Kirche austritt”, sagte Bistumssprecher Franz Kretschmann am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. „Dass die Debatte um die Pius-Bruderschaft dabei eine Rolle spielt, liegt sicherlich nahe.”

Die Austrittswelle in Aachen, Alsdorf und Stolberg begann allerdings schon vor dem Eklat. Für das Jahr 2008 zählte das zuständige Amtsgericht 1616 Kirchenaustritte - von Katholiken und Protestanten. Im Vorjahr hatte man lediglich 1232 Austritte registriert. Das entspricht einer Steigerung um 31 Prozent. Schätzungen zufolge stammt dabei nur jeder fünfte Austrittswillige aus dem evangelischen Lager.

„Ja, auch wir stellen einen leichten Aufwärtstrend fest”, erklärte der Sprecher des Evangelischen Kirchenkreises, Arvid Schlegel-Krakau. „Wir vermuten, dass dies vor allem ein psychologischer Effekt ist, weil die neue Verfahrensweise mit der Abgeltungssteuer vielen Bürgern den Eindruck vermittelt, doppelt abkassiert zu werden.”

Der Kirchenkreis Aachen - nicht deckungsgleich mit dem Aachener Bistum - verzeichnet derzeit 83848 evangelische Christen. Das Bistum gibt seine Katholikenzahl für 2008 mit 1,152 Millionen an - rund 11000 Gläubige weniger als im Vorjahr.

Ursache Zwangsfusion

Seit 1990 wandte sich laut Bistumssprecher Kretschmann jeder zehnte Kirchensteuerzahler von der Diözese ab. 2008 habe wohl vor allem der Streit um die Zwangsfusionen katholischer Pfarrgemeinden zu einer höheren Zahl von Austritten geführt, hieß es aus dem Generalvikariat.
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