Aachen - Ausgerastet: Auto als Waffe benutzt

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Ausgerastet: Auto als Waffe benutzt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Es war laut Staatsanwaltschaft „ein Weg ins Nirgendwo”, den der Angeklagte Oliver G. (24) am 18. Juli dieses Jahres mit seinem Astra befuhr und an dessen Ende er beinahe einen Menschen tötete - mit voller Absicht, wie die Anklage meint.

G. soll sich zunächst nachts gegen 1.40 Uhr aus der Pontstraße kommend an einem Parkplatz nahe der Wüllnerstraße auf einen Passanten gestürzt und versucht haben, ihn zu verprügeln.

Doch der Überfallene erwies sich als der Stärkere. Da rastete G., der dem rechten Neonazi-Umfeld nahe steht, völlig aus und startete den beinahe tödlichen Angriff mit seinem Auto. „Er hatte vor allem das Ziel, seinen Gegner zu treffen und abzustrafen”, erklärte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer vor dem Aachener Schwurgericht.

Ein Freund hatte in dem Tumult versucht, die Kämpfenden auseinanderzubringen, und verhinderte sogar Schlimmeres, als er dem 24-Jährigen einen Baseballschläger abrang, den dieser aus seinem Auto holen wollte. Doch dann nahm G. das Auto. Der Staatsanwalt forderte wegen versuchten Totschlags eine Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten.

Urteil 29. November

Der Mann habe zumindest ein Teilgeständnis abgelegt und war zur Tatzeit laut psychiatrischer Gutachterin vermindert schuldfähig, da er sowohl Alkohol mit einem Promillewert von etwa 1,5 ebenso wie Cannabis und Amphetamine intus hatte. Dazu kam ein schlechter Tag, die Freundin machte wohl Ärger, und auf der Arbeitsstelle gab es an diesem Tag auch Krach.

Nach Auskunft von Zeugen geschah der Angriff auf die Dreiergruppe fröhlicher Pontstraßenbesucher aus heiterem Himmel, der 24-Jährige muss wohl völlig ausgerastet sein. Das Urteil soll am 29. November um 9 Uhr im Aachener Landgericht gesprochen werden.
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