Auf der Suche nach den Rolling Stones in Valkenburg

Von: Christopher Gerards
Letzte Aktualisierung:
Rolling Stones
Frontmann Mick Jagger bei einer Performance in Zürich. Foto: dpa

Valkenburg. Haben die Rolling Stones womöglich ausgefallene Wünsche? Besonderes Essen? Wo schlafen sie? Der Reporter des Boulevardblatts deutet auf das barocke Schloss, kaum 30 Kilometer von Aachen entfernt. Dort oben vielleicht?

Meneer Kroese schüttelt den Kopf, er hat an diesem Freitag Routine entwickelt, diese Fragen zu beantworten. „Privatsphäre“, sagt Kroese und lächelt sehr freundlich. Sein Job bedeutet Diskretion, gerade heute.

Jan-Paul Kroese, dunkelblauer Anzug, kariertes Hemd, lila Krawatte und vor der Kamera auf aufrechte Körperhaltung bedacht, ist der Maître de Maison des Château St. Gerlach, und genauso sieht’s dort aus. Es gibt ein rotes und ein beiges Schloss, und Kieswege teilen den Rasen in kleine Quadrate. Buchsbäumchen, Skulpturen, zwitschernde Vögel. Das Leben kann wundervoll sein.

Hier also haben sich die Rolling Stones für ein paar Tage niedergelassen, in Valkenburg-Houthem, 30 Autominuten von Aachen, 20 von Landgraaf, am Samstag treten sie dort beim „Pinkpop“-Festival auf. Es ist Freitagmittag, die Sonne knallt, und eine weltbekannte Rockband trifft auf die Provinz. Am Donnerstag sind die Stones in Maastricht gelandet, gegen 21 Uhr, das hat der Sender L1 recherchiert. Etwa eine halbe Stunde später sei die Band am Hotel angekommen. L1 besitzt zudem Fotos vom Flughafen, sie zeigen die Stones, als sie das Flugzeug verlassen.

Heute gibt es zunächst keine Fotos, die wenigen Schaulustigen und die Reporter vor dem Hotel warten vergeblich und lange. Eugen Huntjens, 62, ist an seinem freien Tag auch mal gucken gekommen, vor allem, weil er Mick Jagger ja irgendwie kennt. Huntjens hat früher für den Zivilschutz gearbeitet, eine Art Technisches Hilfswerk in Holland. Irgendwann in den 70ern wurde er beim „Pinkpop“ eingesetzt, tja, und plötzlich sei Mick Jagger vorbeigekommen. „Do you have a ball for us?“, soll er gesagt haben, „hast Du einen Ball für uns?“ Huntjens hat dann einen Ball besorgt und mit Mick Jagger Fußball gespielt.

Huntjens sagt: „Er war nicht technisch, aber hart.“

Huntjens hätte den Fernsehzuschauern eine schöne Geschichte zu erzählen gehabt, aber er wollte nicht vor einer Kamera sprechen. Die Stones lassen sich nicht sehen, und die Fans mit den guten Geschichten wollen nicht reden, kein guter Tag für die Reporter. Der Mann vom niederländischen Fernsehen ist seit mehr als drei Stunden hier, er sagt, er habe den Bassisten der Band gesehen, Darryl Jones. Sonst sei nicht sehr viel los gewesen.

Plötzlich herrscht Aufregung, die Journalisten und Schaulustigen sammeln sich um ein Mädchen. Yoni heißt sie, 14 Jahre alt, kommt aus Nuth, Limburg. Sie hält ihr Smartphone in die Luft, es zeigt ein Bild von einem grauhaarigen Mann, der kein Oberteil trägt. Keith Richards, sagt das Mädchen, der Gitarrist der Stones. „Ich bin über die Mauer, gerannt und wieder zurück.“

„Was bedeutet das für dich?“, fragt der Mann vom Fernsehen.

„Viel“, sagt Yoni.

Dann spricht der Herr vom Boulevardblatt mit Yoni, er sagt: „V wie Victor, @“. Ihr Vater sagt, die Zeitung habe 200 Euro geboten, aber er glaubt, dass da noch mehr geht.

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