Auch Unis in Köln und Bochum können auf Elite-Status hoffen

Von: dpa
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Köln/Bonn. Nordrhein-Westfalen ist der große Gewinner im Wettbewerb der deutschen Spitzenforschung: Unter den bundesweit sieben verbliebenen Bewerbern für Elite-Unis sind die Universitäten in Bochum und Köln. Bonn ging dagegen leer aus.

Außerdem können sich noch die Humboldt-Universität Berlin, die Universitäten Bremen, Mainz und Tübingen sowie die Technische Universität Dresden Hoffnungen auf den Elite-Status machen. Das entschied eine Gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats (WR) am Mittwoch in Bonn beim Förderprogramm Exzellenzinitiative von Bund und Ländern.

„Jeder vierte Antrag wird in der aktuellen Ausschreibungsrunde von einer nordrhein-westfälischen Universität eingereicht”, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. „Das ist eine gute Ausgangsbasis, die zugleich die individuellen Stärken der Universitäten widerspiegelt.”

Insgesamt wurden 59 Projekte an 32 Universitäten (35 Graduiertenschulen, 27 Forschungsverbünde und sieben Elite-Universitäten) positiv bewertet. Aus Nordrhein-Westfalen schafften neben Bochum und Köln auch die Universitäten Aachen, Bielefeld, Düsseldorf, Münster, Paderborn und Bonn mit verschiedenen Einrichtungen den Sprung in die Endauswahl. Die endgültige Entscheidung dieser zweiten Förderrunde fällt im Juni 2012.

Bochum und Köln müssen sich dabei nicht nur gegen die fünf anderen Mitbewerber aus dieser Runde, sondern auch gegen die neun bereits existierenden Elite-Universitäten durchsetzen. Das sind die RWTH Aachen, FU Universität Berlin, Universität München, die TU München und die Universitäten in Freiburg, Göttingen, Heidelberg, Karlsruhe und Konstanz. Insgesamt seien maximal 12 Elite-Universitäten geplant, darunter maximal fünf neue, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Wolfgang Marquardt.

„Wir freuen uns riesig und fühlen uns bestätigt in der Weiterentwicklung unseres Zukunftskonzepts hin zu einem internationalen Forschungscampus”, sagte Elmar Weiler, Rektor der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Die Bochumer können sich nicht nur Hoffnung auf den Elite-Status sondern auch auf einen Forschungsverbund machen.

Die RWTH Aachen glänzte erneut: Sie konnte acht ihrer insgesamt neun eingereichten Projekte in die Endrunde bringen. Darunter sind Graduiertenschulen mit den Themen Informationstechnologie und Multimedia. „Die RWTH Aachen hat damit die Chance erhalten, ihre Exzellenzprofile weiter auszubauen”, erklärte Rektor Ernst Schmachtenberg. Das Ergebnis erfülle die hohen Erwartungen der Universität, die schon seit 2007 den Elite-Status hat.

Lange Gesichter gab es unter anderem an der Universität Bonn: Zwar erreichten drei Exzellenzcluster die Endrunde, der Antrag auf einen Elite-Status scheiterte jedoch. Wesentliche Teile des Konzepts würden trotzdem für die künftige Entwicklung der Universität weiterverfolgt, sagte Rektor Jürgen Fohrmann.

In einer ersten Runde der Exzellenzinitiative waren von 2006 bis 2011 bereits insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt worden. Die Fortführung des Programms für weitere fünf Jahre wurde im Juni 2009 beschlossen. Insgesamt stehen in dieser Runde 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Sie fließen von November 2012 an fünf Jahre lang an Graduiertenschulen, fachübergreifende Forschungsprojekte (Exzellenzcluster) und Zukunftskonzepte (Elite-Universitäten). Bund und Länder wollen damit die Spitzenforschung an deutschen Universitäten stärken.

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