Auch Dutroux will ins Kloster

Von: Helmut Hetzel
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Brüssel/Malonne. Der belgische Kindermörder und -schänder Marc Dutroux hofft auf eine vorzeitige Haftentlassung. Sollte der zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte Kindermörder tatsächlich vorzeitig freikommen, dann will er in ein Kloster - ebenso wie seine Ex-Frau Michelle Martin.

Die 52-Jährige war wegen Beihilfe zu Kindesentführungen und -mord, die sie gemeinsam mit ihrem Mann in den 90er Jahren in Belgien beging, zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie kam im August dieses Jahres vorzeitig frei, weil rund zwei Drittel ihrer Haftstrafe abgesessen hatte. Die Nonnen des Klosters der Heiligen Klarissen in Malonne bei Namur gaben der Kinderschänderin ein Dach über dem Kopf. Seither lebt Martin in diesem Kloster. Dutroux will nun dem Vorbild seiner Ex-Frau, die sich 2003 von Dutroux scheiden ließ, folgen.

„Es ist richtig, dass ein Kloster nicht wirklich ein angenehmer Ort ist, um dort zu leben. Aber wer behauptet, dass es dort nicht viel besser ist als in einem Gefängnis, der hat noch nie in einem Gefängnis gesessen”, schreibt Dutroux in einem offenen Brief an belgische Zeitungen, die nun Auszüge veröffentlichten. Dutroux weiter: „Um vorzeitig freizukommen, brauche ich dringend einen richtigen Anwalt und keinen mir vom Staat zugewiesenen Pflichtverteidiger.” Ein Pflichtverteidiger setzt sich nach Ansicht von Dutroux nicht „voll und ganz” für ihn ein und „wird die Wahrheit nie ans Licht bringen”, meint der in Belgien wohl meist gehasste Mann.

Die aber rechnen erneut gnadenlos mit ihm ab. „Dutroux ist noch immer ein Psychopath, der sich offenbar einen Spaß da­raus macht, andere Menschen mit seinem bösartigen Unsinn zu schockieren”, kommentiert die Zeitung „Het Laatste Nieuws” den Dutroux-Brief. Er könne es wohl nicht verwinden, dass seine Ex-Frau vorzeitig aus der Haft entlassen wurde und dass er noch immer im Gefängnis sitzt, heißt es weiter. Dutroux sitzt seit 1996 im Gefängnis. Mit seiner vorzeitigen Freilassung ist allerdings nicht zu rechnen.
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