Atomkraftwerk Tihange: Probleme mit Kühlung und Elektrik

Von: heck
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Ein Kühlturm des Electrabel Atomkraftwerks in Tihange. Belgien will von 2015 an mit dem Ausstieg aus der Atomkraft ernstmachen. Belgien hat insgesamt sieben Reaktoren in den zwei Atomkraftwerken Doel und Tihange. Foto: dpa

Lüttich. Die Vorfälle im belgischen Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich reißen nicht ab. Am Freitag wurden „kleine” Probleme mit dem Kühlwassersystem und einer Batterie gemeldet. Erst am Donnerstag war offiziell bestätigt worden, dass die Hülle des Reaktorkerns winzige Haarrisse aufweist.

Nach Angaben des Betreibers Electrabel bestehen keine Folgen für Mitarbeiter, Bevölkerung oder Umwelt. Die belgische Zeitung „Le Soir” hatte zuvor berichtet, die Stahlbetonhülle des Reaktors nicht mehr dicht.

Die belgische Atomaufsicht AFCN hatte Tihange 2 im August vom Netz genommen. Zuvor waren Anfang Juni beim baugleichen Reaktorblock 3 des zweiten belgischen Kernkraftwerks Doel tausende feiner Risse im Reaktorbehälter entdeckt worden. Am Donnerstag wurde nun bekannt, dass dieselben Risse auch in Tihange entdeckt wurden.

Im Juli 2012 war zudem bekannt geworden, dass ein Brennelementlagerbecken in Tihange täglich rund zwei Liter radioaktiven Wassers verliert. Das Problem besteht offenbar bereits seit 2005.

Die belgische Regierung hatte versichert, selbst für den Fall einer Stilllegung beider Reaktoren drohe kein „Blackout” im Land. Ursprünglich war geplant, dass beide Reaktoren zum Jahresende wieder ans Netz gehen sollten. Sollte dies nicht möglich sein, müssten die Laufzeiten der übrigen Reaktoren verlängert werden. Das könnte den geplanten Ausstieg Belgiens aus der Nutzung von Atomenergie bis 2025 verzögern.

NRW-Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte im August die Abschaltung der „Risikoreaktoren” gefordert.
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