Archiveinsturz: Köln drohen Regressforderungen

Von: ddp-nrw
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Köln / Stadtarchiv / Einsturz
Feuerwehrleute bergen in Köln Dokumente in den Trümmern des Stadtarchivs. Foto: dpa

Frankfurt/Köln. Nach dem Einsturz des Stadtarchivs muss die Stadt Köln mit Schadenersatzforderungen von privaten Leihgebern rechnen. Noch ehe Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) sie am 11. Mai zu einer ersten Informationsveranstaltung empfange, hätten mehrere Leihgeber bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung”.

Wie der Kölner Anwalt Louis Peters, der mehrere Leihgeber vertritt, in einem Schreiben an das Rechts- und Versicherungsamt der Stadt Köln darlegt, hat sich das Historische Archiv gemäß Vertrag verpflichtet, „größte Sorgfalt für die Erhaltung des Nachlasses walten zu lassen, das Archivgut instand zu halten und - bei Bedarf - instand zu setzen”. Schon als sich im September 2005 „bedrohliche Risse” an der benachbarten Kirche St. Johann Baptist zeigten, so der Anwalt weiter, wäre es Aufgabe der Gebäudewirtschaft gewesen, „das Archivgut mit fremden Rechten durch Auslagerung in Sicherheit zu bringen”.

Auch der Leitung des Archivs hält Peters Versäumnisse vor: „Wäre damals unsere Mandantschaft ordnungsgemäß informiert worden, so wäre der Nachlass sofort auf eigene Kosten zur Fremdlagerung zurück- und bis zum Abschluss des U-Bahn-Baus in sichere Verwahrung genommen worden.”

Bei dem Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser waren am 3. März zwei junge Männer getötet worden. Als wahrscheinliche Unglücksursache gilt derzeit ein Wassereinbruch in einer U-Bahn-Baustelle nahe dem Archivgebäude.

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