Archiv-Einsturz: Stadt Köln unter Druck

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
köln stadtarchiv schadensersatz
Nach dem verheerenden Einsturz des Stadtarchivs melden sich nun Leihgeber, die gerichtlich feststellen lassen wollen, dass die Stadt Köln eine Mitschuld am Einsturz trifft und entsprechende, darauf basierende Schadensersatzforderungen stellen. Foto: ddp

Köln. Im Zusammenhang mit dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs in Köln gerät die Stadt Köln vor Gericht unter Druck.

Das Kölner Oberlandesgericht (OLG) verlangte am Donnerstag von der Stadt Aufklärung darüber, ob sie ihrer Sorgfaltspflicht ausreichend nachgekommen ist.

Gut vier Monate vor dem Einsturz waren an dem Archiv-Gebäude in der Innenstadt Setzrisse aufgetaucht. Die Stadtverwaltung hatte einen Sachverständigen mit deren Überprüfung beauftragt. „Das Gutachten über diese sehr beängstigenden Setzrisse war sehr, sehr kurz”, sagte ein OLG-Richter. Möglicherweise wäre es sinnvoll gewesen, das Papier kritischer zu überprüfen.

Das Gericht beschäftigt sich in einer Berufungsverhandlung mit der Klage von drei privaten Leihgebern. Sie hatten dem Historischen Archiv Dokumente überlassen und fordern nun Schadenersatz, weil die Archivalien durch das Unglück beschädigt oder zerstört wurden.

Das Kölner Landgericht hatte die Klage zurückgewiesen. Das OLG will nun klären lassen, ob man in diesem Verfahren erste Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft nutzen kann oder einen eigenen Gutachter beauftragen muss. „Dieser Fall ist alles, aber nicht einfach”, meinte ein Richter.

Das Stadtarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. Tonnenweise Archivalien wurden verschüttet, die Bergungsarbeiten dauern immer noch an. Die Staatsanwaltschaft hat ein umfangreiches Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Homepage wurde aktualisiert