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Archiv-Einsturz: KVB-Vorstand Reinarz unter Druck

Von: ddp
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Köln. Der für den umstrittenen Kölner U-Bahnbau zuständige KVB-Vorstand Walter Reinarz steht möglicherweise vor der Ablösung. Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) war am Mittwoch zu einer kurzfristigen Sitzung zusammen gekommen.

Dabei ging es um die Personalie Reinarz, wie ddp aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) Reinarz auf der offiziellen Gedenkfeier zum Einsturz des Stadtarchivs den Rücktritt nahe gelegt. Dieser müsse sich fragen, ob er noch das Vertrauen der Bevölkerung hat. Roters verwies darauf, dass es bereits im Februar 2009, wenige Wochen vor dem Einsturz des Archivs, in der nahe gelegenen U-Bahnbaugrube zu einem erheblichen Wassereinbruch kam. „Die Bauleitung der KVB hatte die Gefahr erkannt und die Bauunternehmen eindringlich zur Abhilfe aufgefordert.” Diese hätte aber nichts unternommen.

Als zuständiger technischer Vorstand der KVB hätte Reinarz alles tun müssen, um die mögliche Gefahr zu bannen. „Wer in dieser Situation zur Tagesordnung übergeht, hat mein Vertrauen verloren”, sagte Roters weiter.

Die beteiligten Baufirmen wiesen am Mittwochabend die Kritik des Oberbürgermeisters zurück. Bautagesberichte und Bildmaterial würden belegen, dass sie mit Sofortmaßnahmen auf das angesprochene Leck reagiert hätten. Danach habe ein unabhängiger Prüfingenieur unbedenkliche Bodenverhältnisse bescheinigt.

Probleme an der U-Bahnbaustelle Weidmarkt gelten als wahrscheinlichste Unglücksursache für den Einsturz des Stadtarchivs am 3. März 2009, bei dem zwei junge Männer getötet und unzählige wertvolle Kulturgüter verschüttet wurden.

Als Reaktion auf die anhaltende öffentliche Kritik soll der Aufsichtsrat der KVB nun mit Reinarz über einen Auflösungsvertrag verhandeln. Dieser sei grundsätzlich zum Rückzug bereit, wenn die Modalitäten stimmten, berichtete der Kölner „Express” (Donnerstagausgabe).

Eine formelle Abberufung von Reinarz durch den Aufsichtsrat ist offenbar kein Thema, berichtete die Zeitung weiter. Diese Maßnahme könnte als Schuldzuweisung verstanden werden. Eine Entscheidung über den Technik-Vorstand soll möglicherweise bereits bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am Montag fallen.
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