Apotheker setzen auf neues Notdienstnetz

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Ein flächendeckendes Notdienstnetz ersetzt die bisherigen Notdienstbezirke. Foto: dpa

Aachen. Die Apothekerkammer Nordrhein stellt das Notdienstnetz für die 10.470 nordrheinischen Apotheken neu auf. Ab dem 1. Januar 2014 werden die Notdienste nicht mehr innerhalb einzelner Städte oder Gemeinden organisiert, sondern über das gesamte Kammergebiet.

Ein flächendeckendes Notdienstnetz ersetzt die bisherigen 69 regionalen Notdienstbezirke. „Stadt- oder Gemeindegrenzen sind nicht mehr ausschlaggebend“, sagt Stefan Derix, Geschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein. „Bezogen auf ihren Standort werden die Patienten zur für sie nächstgelegenen Apotheke geleitet.“

Ob der Patient davon etwas merken wird? Derix glaubt das nicht. Im Einzelfall kann es natürlich sein, dass eine ältere Dame, die verlassen auf dem Land wohnt, weiter zur nächsten diensthabenden Apotheke fahren muss. Abgesehen von Einzelfällen ändere sich die Versorgungsdichte nicht, sagt Derix: „Wir rechnen immer mit der Durchschnittsentfernung, und die bleibt auch im neuen System gleich.“ In Großstädten wie Aachen oder Düren mit mehr als 80.000 Einwohnern sei das eine Entfernung von 2,8 Kilometern, in Kleinstädten zwischen 50.000 und 80.000 Einwohnern 6,5 Kilometer. „In der Eifel liegt das Mittel bei 14 Kilometern, da haben Sie größere Entfernungen“, sagt Derix. „Auch wenn natürlich der eine Glück haben kann und nur 100 Meter zur nächsten Apotheke fährt, ein anderer dagegen 30 Kilometer.“

Die Versorgung mit Nacht- und Notdiensten wird flächendeckend gewährleistet, aber sie kann natürlich nicht jede einzelne Familie glücklich machen. Und so kann es passieren, dass ein älterer Herr, der nachts zur Apotheke fahren möchte, ein Taxi rufen muss, weil die Buslinie nicht mehr in die Nachbarstadt fährt.

Doch nach Angaben der Kammer verhindert die neue Notdienstorganisation, dass Löcher im Versorgungsnetz entstehen. Dies sei gerade im Hinblick auf die Apothekenschließungen wichtig. In den vergangenen fünf Jahren seien allein in Nordrhein mehr als 100 Apotheken geschlossen worden.

„Auch in Zukunft können sich Patienten auf eine wohnortnahe Versorgung in Nordrhein verlassen“, sagt Präsident Lutz Engelen. Dafür arbeitet auch Ulf Rohde, der in Aachen eine Apotheke leitet. Seinen vorläufigen Dienstplan für das Jahr 2014 kennt er schon. „Früher hatte ich wie alle Apotheker hier alle 29 Tage Dienst, jetzt werden die Dienste von der Kammer zugeteilt“, sagt er. Beschweren will er sich nicht. Schließlich gebe es in ländlichen Gebieten Apotheker, die eine ganze Woche Nachtdienst schieben müssten. „Bei mir waren es bislang immer zwei Sonntage, nach dem neuen Plan sind es schon mal drei Sonntage.“ Der definitive Plan komme in sechs Wochen heraus. Rohde vermutet, dass Patienten in der Stadt keine Veränderungen spüren würden in der Versorgung. Wenn, dann träfe es Patienten auf dem Land. „Ich habe nächstes Jahr einen Dienst weniger als dieses Jahr. Vielleicht bedeutet das, dass tatsächlich nur noch eine Apotheke Dienst hat statt wie bislang zwei Apotheken.“

Nicht über die Grenze

Kooperationen mit Belgien oder den Niederlanden in der Grenzregion gebe es nicht, sagt Derix. Wohl aber fallen Stadtgrenzen weg im neuen System. Es orientiert sich am Standort des Patienten. „Es kann also sein, dass Menschen, die am Rand von Aachen wohnen, eine notdiensthabende Apotheke in Stolberg genannt bekommen und keine im Stadtgebiet.“ Der Patient wird sich also mitunter umstellen müssen – in der Regel aber nicht auf längere Anfahrten zur nächstgelegenen diensthabenden Apotheke.

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