Köln - Anwohner fordern Schadensersatz nach Kölner Archiv-Einsturz

Anwohner fordern Schadensersatz nach Kölner Archiv-Einsturz

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:
Stadtarchiv Köln Prozess um Entschädigungen
Mitarbeiter der Stadt Köln bergen aus einem Schutt- und Erdtrichter die letzten Archivalien des eingestürzten Stadtarchivs. Mittlerweile werden die letzten Archivalien geborgen. Unterdessen hat in Köln ein Prozess von Anwohnern gegen die Stadt und die KVB begonnen. Die Anwohner haben allerdings ein Problem: Sie können nicht beweisen, das die von ihnen aufgelisteten Gegenstände tatsächlich ihnen gehörten. Foto: dpa

Köln. Erstmals nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 haben sich am Donnerstag Anwohner und die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) vor Gericht um Schadensersatzzahlungen gestritten. Durch den Einsturz hatten die Nachbarn des Archivgebäudes nach eigenen Angaben große Teile ihres Besitzes verloren.

Sie verlangen von den Verkehrsbetrieben nun insgesamt gut eine Million Euro. Weil die KVB nicht zahlen will, hatten die Anwohner Klage am Kölner Landgericht eingereicht.

Das Problem: Die Anwohner können nichts belegen

Die Richter dort machten ihnen allerdings zunächst wenig Hoffnung auf einen Erfolg ihrer Klage. Die Nachbarn hatten zwar in einer Liste viele Dinge zusammengetragen, die durch den Einsturz zerstört worden waren. Sie konnten allerdings nicht belegen, dass sich die Sachen tatsächlich in ihrem Besitz befunden hatten.

So hatten die Anwohner vorgetragen, es seien unter anderem Pelzmäntel, Diamantringe, Fotokameras oder teure Designeranzüge verschüttet und zerstört worden. Belege wie etwa Rechnungen konnten sie jedoch nicht vorlegen. Dies sei aber nötig, erklärten die Richter. Es sei auch möglich, den Besitz durch Fotos oder Zeugenaussagen zu belegen. Irgendeinen Beleg allerdings müssten die Kläger schon vorweisen können.

KVB zahlt Quadratmeter-Pauschale

Die Kölner Verkehrsbetriebe signalisierten ihrerseits eine Bereitschaft, im Falle von vorgelegten Belegen tatsächlich auch den Schaden zu ersetzen. Sie hatten bereits pauschal pro Quadratmeter Wohnfläche eine Entschädigung in Höhe von 1000 Euro an die Anwohner gezahlt.

Bei dem Stadtarchiv-Einsturz in Köln waren im März 2009 zwei Menschen ums Leben gekommen sowie unzählige wertvolle Kulturgüter verschüttet worden. Die genaue Ursache für das Unglück ist noch unklar, als wahrscheinlichste Möglichkeit gilt bislang ein Problem an einer nahen U-Bahnbaustelle. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen.
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