An der Wand hat Andre Marijanović seine Ruhe

Von: Daniel Gerhards
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Kopfüber am künstlichen Felsen zu hängen, ist für ihn kein Problem: Andre Marijanović bouldert seit zehn Jahren. Mittlerweile ist er Klettertrainer und gibt sein Wissen weiter.

Aachen. Bei Andre Marijanović sieht jede Bewegung spielend leicht aus. Wenn er sich an der Kletterwand hinaufhangelt, meint man, dass er dafür kaum Kraft aufwenden muss. Beim zweiten Blick fällt auf: Er ist nicht mit Seil und Klettergurt gesichert. Denn Andre Marijanović bouldert.

Dabei handelt es sich um eine Disziplin des Sportkletterns. Die Sportler klettern dabei in Absprunghöhe, der Boden ist mit weichen Matten ausgelegt. So werden Stürze abgefedert.

Weil die Wände nicht so hoch sind wie beim klassischen Sportklettern, geht es beim Bouldern eher um Maximalkraft, und nicht so sehr um Ausdauer. Und wer beim Bouldern oben ankommt, seilt sich nicht ab, sondern steigt über die Kante. „Das vermittelt ein echtes Gipfelgefühl“, sagt Andre Marijanović.

Gipfelgefühl

Dieses Gipfelgefühlt kennt Andre Marijanović seit mittlerweile zehn Jahren. „Mein bester Freund und ich haben damals einen Sport gesucht, den wir zusammen machen können“, sagt er. Sie kamen aufs Klettern und Bouldern. Sie hatten immer mehr Spaß an der Bewegung und an der Herausforderung, immer neue Boulderprobleme zu lösen.

Die Sportler nennen die Schwierigkeiten, die auf den unterschiedlichen Routen auf sie warten, Boulderprobleme. „Zusammen oben an den letzten Griff kommen, das ist es, was den Sport für mich ausmacht“, sagt Andre Marijanović. Denn die Sportler hängen zwar alleine am Fels, aber eine zweite Person – der Spotter – sichert den Absprungbereich, gibt Tipps und feuert den Kletterer an.

Mittlerweile ist Andre Marijanović Klettertrainer in der Aachener Boulderhalle Moove. Er meint: „Jeder kann mit dem Bouldern anfangen.“ Wer leichter ist, habe natürlich Vorteile, aber die könne man mit Leidenschaft wettmachen. Um besser zu werden, könne man die Körperspannung auf der Slackline, die Maximalkraft an der Klimmzugstange und die Kraft in den Fingern am Fingerboard trainieren.

Aber: „Am Anfang ist es am besten, wenn man einfach nur klettert“, sagt Andre Marijanović. Dann werde man immer besser und könne schwierigere Routen klettern. „Sixpack und dicker Bizeps sind eher Nebeneffekte“, sagt Andre Marijanović.

Wettkämpfe stehen beim Bouldern nicht so sehr im Vordergrund wie etwa bei vielen Mannschaftssportarten. Es gibt zwar immer mal wieder Wettkämpfe, aber die meiste Zeit trainiert man für sich oder mit Freunden. Man müsse immer wieder versuchen, einen Schritt weiter zu kommen. „Mich begeistert das Gefühl, wenn eine Bewegung gelingt, die mir beim letzten Mal noch schwergefallen ist“, sagt Andre Marijanović.

Und wenn man an der Wand hängt, hat man auch seine Ruhe, meint Andre Marijanović: „Beim Bouldern kann ich abschalten. Dann sind da nur die Wand und ich.“

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