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Am Camp wird die Luft dicker

Von: mv
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Im neuen Camp am Rande des Tagebaus richten sich derzeit die Umweltaktivisten ein. Die Küche war als erste fertig. Foto: Margret Vallot

Merzenich. Die Fronten im Streit um das neue Protestcamp im Merzenicher Ortsteil Morschenich verhärten sich. Das Bauordnungsamt des Kreises Düren verlangt, dass das Camp am Rande des Braunkohletagebaus geräumt wird, die Umweltaktivisten werden vom Eigner der Wiese unterstützt und wollen nicht weichen.

Nachdem das erste Protestcamp im Hambacher Forst im November geräumt worden war, schlugen Klimaschützer zwei Tage später ihre Zelte in Morschenich auf – und bauen seitdem ihr zweites Lager aus.

Ein eindeutiges Votum haben kürzlich Bürger aus Morschenich bei einer Versammlung gegeben. „Das Protestcamp darf nicht geräumt werden, das Protestcamp muss bleiben“, entschieden die knapp 30 Anwesenden. Sie sprachen sich gegen eine Umsiedlung aus, weil der Tagebau Hambach in diesem Bereich angeblich noch nicht genehmigt ist und möglicherweise auch nie genehmigt wird oder auf dem Klagewege zu Fall gebracht wird. Es haben allerdings etliche Bürger ihr Land bereits an RWE Power verkauft.

Zuletzt hatten sich Bürger und Besetzer über Betonklötze gewundert, die jetzt die Wirtschaftswege zum Camp verriegeln. Diese Steine wurden auf Veranlassung der Gemeinde Merzenich verlegt und sollen die Wirtschaftswege schützen. Es wird mit großem Zulauf zum Camp gerechnet. Die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge sei aber gesichert, teilte der Bürgermeister der Gemeinde, Peter Harzheim, mit.

Der Eigentümer der Wiese ist ein Steuerberater, nach eigenen Angaben auch RWE-Aktionär. Er bezweifelt, dass RWE mit der Braunkohleförderung Gewinne machen kann. Der Wert der Aktien werde sinken. Sein Hauptmotiv zur Unterstützung der Tagebaugegner sei es aber, eine sinnlose Vernichtung von Flora und Fauna zu verhindern. Er nannte bei der Versammlung das Camp „ein Symbol des Wiederstands“.

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