Altenheimbewohner misshandelt: Pfleger verurteilt

Von: dpa
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Düsseldorf. Weil er Altenheim-Bewohner in Düsseldorf misshandelt hat, ist ein Altenpfleger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der 49-Jährige muss zudem 3600 Euro zahlen und darf zwei Jahre lang nicht in seinem Beruf arbeiten. Der stellvertretende Stationsleiter habe eine „das Leiden anderer missachtende Gesinnung gezeigt”, befand das Düsseldorfer Amtsgericht und sprach den Mann wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig. Eine Pflegerin, die mindestens eine Tat mit dem Handy gefilmt hatte, wurde wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Bewohner zu 500 Euro Strafe verurteilt.

Die Bewohner im Altenheim seien auf den Schutz und die Fürsorge des Pflegers angewiesen gewesen, so das Gericht. Es sah es als erwiesen an, dass der Pfleger einer krebskranken Frau absichtlich den Finger in ihre Krebswunde im Gesicht gedrückt hatte. Einen Bewohner der sich eingekotet hatte, hatte der Mann trotz der Schreie seines Opfers eiskalt abgeduscht. Um eine Frau mit einem Gurt ans Bett zu fixieren, hatte der kräftige Mann die Matratze hochgerissen und die Frau dabei an die Wand gequetscht.

Das Risiko, bei solchen Taten entdeckt zu werden, sei gering, sagte der Richter. Die Opfer kämen als Zeugen vor Gericht meist nicht in Betracht, weil sie bis zu einem Prozess bereits gestorben oder nicht aussagefähig sind. Der Richter räumte ein, dass die Taten in einer Situation der „subjektiv empfundenen Überforderung” entstanden seien. Der Staatsanwalt hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert.

Ein ehemaliger Pfleger hatte den Fall als „Kronzeuge” ans Licht gebracht. Nachdem er Strafanzeige erstattet hatte, sei ihm gekündigt worden, berichtete der 30-jährige Zeuge, der heute als Schlosser arbeitet. Alle Vorfälle sollen sich auf einer Station mit dementen, wehrlosen Opfern abgespielt haben.

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