Aachen/Eschweiler - Als der OB Teil der Städteregion wurde

Als der OB Teil der Städteregion wurde

Von: René Benden
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Nicht stehenbleiben: Das soll nun auch endlich für die Planungen des Gewerbegebiets Merzbrück gelten. Nach Jahren der Planung sollen ab 2016 Unternehmen angesiedelt werden. Foto: Michael Jaspers
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Unterstützung: Würselens Bürgermeister Arno Nelles (Mitte) erhält Rückendeckung von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (links) und Städteregionsrat Helmut Etschenberg.

Aachen/Eschweiler. Wer erwartet hatte, dass endlich der Schleier über der Zukunft des Gewerbegebiets Merzbrück gelüftet wird, der dürfte von der Pressekonferenz am Mittwoch unweit der Großbaustelle Aachener Kreuz enttäuscht worden sein.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (beide CDU) und Würselens Bürgermeister Arno Nelles (SPD) konnten nichts Konkretes zur Zukunft der Felder rund um den Flugplatz bei Broichweiden sagen. Dass die Veranstaltung dennoch einen bemerkenswerten Charakter erhielt, hatte einen anderen Grund: Aachens OB Philipp sicherte seinem Würselener Amtskollegen Nelles alle notwendige Unterstützung zu, um das Gewerbegebiet Merzbrück erfolgreich zu entwickeln. „Wir haben als Stadt Aachen dafür zu sorgen, dass hier Arbeitsplätze angesiedelt werden. Auch dann, wenn wir nichts von den Gewerbesteuereinnahmen haben.“ So ein substanzielles Bekenntnis zur Städteregion hatte es von einem Aachener OB bislang noch nicht gegeben.

Es war wohl die Aachener SPD, die Philipp indirekt zu diesem bemerkenswerten Schritt gedrängt hatte. Denn aus Würselener Sicht hatten die Sozialdemokraten aus der Kaiserstadt am Montag recht unverhohlen die Verwaltung der Stadt Aachen dazu aufgefordert, sich in die Entwicklung der Stadt Würselen einzumischen. Der geplante Verkauf von Grundstücken an die städteregionale Gesellschaft Aachener Kreuz Merzbrück (AKM) sollte zurückgestellt werden, solange es keine Informationen gebe, was die Würselener denn mit diesem Land machen wollen. „Wir würden uns die Einflussmöglichkeiten auf die weitere Gestaltung nehmen. Das wäre ein Fehler“, ließ sich der Aachener SPD-Planungspolitiker Norbert Plum in unserer Zeitung zitieren.

Philipp ist der Ansicht, dass Aachener Interessen in dieser Sache zweitrangig sind. Für die Stadt Würselen und die AKM sei es essenziell wichtig im Besitz dieser Grundstücke zu sein, um das Gewerbegebiet Merzbrück erfolgreich vermarkten zu können. „Aus diesem Grund sollten wir verkaufen“, betonte der OB. Im Herbst soll es, wenn es nach seinem Willen geht, so weit sein. Dann besitze Würselen die notwendige Autonomie, um flexibel auf die Anfragen von interessierten Unternehmen reagieren zu können.

Das ist ganz im Sinne von Würselens Bürgermeister Arno Nelles. Denn Würselen brauche unbedingt neue Gewerbefläche. Und nachdem es in den vergangenen Jahren bereits viele Ideen für das Gewerbegebiet gegeben habe, könne man nach dem Grundstückserwerb endlich realistisch planen. Das Ziel sei die Ansiedlung von hochwertigem Gewerbe, um sowohl hoch qualifizierten Arbeitsplätzen als auch Jobs mit geringen Qualifikationen anbieten zu können. Läuft alles nach Plan, könne man 2016 mit dem Bau beginnen. Erste Interessenten soll es bereits geben. Eine kleine Spitze in Richtung seiner Aachener Parteigenossen konnte sich Nelles nicht verkneifen. „Selbst wenn die Stadt Aachen ihre Grundstücke in Merzbrück nicht verkaufen würde, besitzt Würselen Planungshoheit.“

Städteregionsrat Helmut Etschenberg widersprach den Vermutungen, die Städteregion wolle ein Güterverteilzentrum in Merzbrück errichten. „Das ist ein toter Hund“, sagte er mit Verweis auf eine Studie des Fraunhofer Instituts aus dem Jahr 2010. Ein Ergebnis der Studie war, dass in der Region zwar Potenzial für ein großes Güterverteilzentrum mit Schienenanbindung bestehe. Doch aus der Studie ging auch hervor, dass der richtige Standort dafür Düren-Arnoldsweiler sei. „Das Gewerbegebiet Merzbrück ist für ein Güterverteilzentrum definitiv nicht geeignet“, schloss Etschenberg.

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