Alles ist fertig: Euregiobahn kann ab Sonntag rollen

Von: oha
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Der Ringschluss der Euregiobahn zwischen Alsdorf und Stolberg droht, sich zu verzögern. War bislang vorgesehen, das Teilstück zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 in Betrieb zu nehmen, steht dieser Termin nun auf wackeligen Füßen. Foto: ddp

Langerwehe. „Wenn jemand vor zehn Jahren behauptet hätte, dass eine neue Bahnstrecke nach Langerwehe führt, hätte man ihn als Märchenerzähler bezeichnet”, sinnierte Bürgermeister Franz-Josef Löfgen mit Blick auf einen Talent-Triebwagen der Euregiobahn am Bahnhof Langerwehe.

„Aber manchmal werden Märchen wahr!” Gemeinsam mit vielen Ehrengästen feierte Löfgen die Fertigstellung der neuen Bahntrasse zwischen Weisweiler und Langerwehe. Ab kommenden Sonntag soll hier die Euregiobahn im Halbstundentakt rollen.

Erstmals seit 40 Jahren wird damit in Nordrhein-Westfalen wieder eine neue Regionalbahnstrecke eröffnet. Grund genug für reichlich Prominenz, nach Langerwehe zu eilen.

Staatssekretär Achim Großmann lobte: „Hier ist etwas Großartiges entstanden.” NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper freute sich: „Ein echter Lückenschluss. Die neue Bahnstrecke ist ein Gewinn für die ganze Region.”

Landrat Rolf Menzel, Vorsteher des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland, verwies auf steigende Fahrgastzahlen innerhalb des Aachener Verkehrsverbundes (AVV): „Innerhalb der letzten fünf Jahre ist die Zahl der Fahrten um 30 Prozent gestiegen, die Zahl der Fahrgäste um 65 Prozent.” Und dieser Trend soll sich fortsetzen.

Derzeit befördert die Euregiobahn täglich 9000 Fahrgäste, rund drei Millionen im Jahr. Die neue Verbindung nach Langerwehe soll weitere 2000 pro Tag auf die Schiene locken. Nicht zuletzt dann, wenn die Euregiobahn ab Dezember stündlich über das DB-Gleis von Weisweiler durch bis Düren fährt.

„Wir haben attraktive Fahrzeuge, die Pünktlichkeit ist überdurchschnittlich”, versprach Stefan Kühn von der DB Regio NRW. 16 Millionen Euro gaben Bund und Land für die neue Bahntrasse zwischen Weisweiler und Langerwehe aus.

Dazu gehörte nicht nur der Bau eines Tunnels, sondern auch die Gestaltung eines Bahnsteiges in Langerwehe mit 127 Pkw-Parkplätzen und Fahrradunterständen, an dessen Finanzierung sich auch die Gemeinde beteiligte. Buslinien fahren den neuen Haltepunkt regelmäßig an.

Bei all der Freude über das neue Schienenstück, in Langerwehe dachte man am Mittwoch bereits in die Zukunft. „Wir hoffen, dass jetzt schnellstmöglich das dritte Gleis zwischen Langerwehe und Düren realisiert wird”, sagte AVV-Geschäftsführer Hans-Joachim Sistenich.

Achim Großmanns „Visionen” gingen noch weiter. Warum solle die Euregiobahn nicht demnächst durch die Städte Würselen oder Aachen fahren? Großmann: „Die Kraft, die man zur Verwirklichung dieser Projekte einsetzt, lohnt sich. Hoffentlich geht es bald weiter.”

Da musste Minister Lienenkämper dann doch bremsen: „Wir sind keine Zauberer. In Zeiten knapper Kassen sollte man sich da keine vorschnellen Hoffnungen machen.”
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