Alice Smeets macht auch vor der Kamera eine gute Figur

Von: Lukas Weinberger
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Enten-Preisträger: Die ostbelgische Fotografin Alice Smeets (rechts) und Christoph Nacken („Radio am Alex“). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Alice Smeets hat den Platz hinter der Kamera fest gebucht. Eigentlich. Am Donnerstagabend war das anders, die Eupener Fotografin wechselte die Seiten, sie stand im Fokus. Bei der Enten-Preisverleihung des Bezirksvereins Aachener Presse im Deutschen Journalisten-Verband (DJV). Ein bisschen ungewohnt ist die Position vor der Linse schon, sagt die 26-Jährige.

„Da bin ich unsicher.“ Und doch meistert sie die Situation in der Aachener Artco-Galerie ganz souverän: Sie strahlt in die Kameras, nimmt Glückwünsche entgegen, schüttelt Hände, signiert einige Fotobände.

Mit der Presse-Ente ausgezeichnet wurde Alice Smeets für ihre Fotografien. „Ihr gelingt es, Bilder zu schaffen, an die man sich erinnert“, sagte Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung und an diesem Abend Laudator.

Smeets ist schon viel herumgekommen: Ihre Fotos zeigen beispielsweise Slums auf Haiti, sie beschäftigt sich mit der Ausbeutung von Arbeitern auf Zuckerrohrplantagen in der Dominikanischen Republik, mit Kinderhandel in Indien. „Solche Orte ziehen mich an“, sagt sie. Sie wolle auf Leid aufmerksam machen, aber auch schöne Momente festhalten. Dort gebe es etwas, was in Europa längst verloren gegangen wäre: „Die Menschen in diesen Ländern wissen noch, wie man richtig lebt.“ Und meist bleibt es nicht bei der reinen Fotografie: „Alice Smeets mischt sich ein“, sagte Mathieu. Sie organisiere Hilfe, realisiere Projekte.

Eines ihrer Bilder wurde im Jahr 2008 als „Unicef-Foto des Jahres“ prämiert, weitere Auszeichnungen folgten. Die Presse-Ente bedeute ihr sehr viel, sagt Smeets, die lange im belgischen Hauset gelebt hat, schließlich sei sie auch in Aachen zu Hause. „Eine Grenze habe ich nie wahrgenommen.“

Die zweite Presse-Ente ging an „Radio am Alex“. Das Projekt unter Trägerschaft der Alexianer bietet psychisch Kranken und Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit, sich journalistisch zu betätigen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. „Dass wir so einen Preis erhalten, ist alles andere als selbstverständlich“, freute sich Organisator Christoph Nacken.

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