Aachen - Alemannia-Familie in der Belastungsprobe

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Alemannia-Familie in der Belastungsprobe

Von: Hans-Peter Leisten
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Sachlicher Fingerzeig: Der Jurist Hans-Werner Fröhlich stellte am späten Donnerstagabend vor dem Präsidium und hunderten Mitgliedern die umstrittene Satzungsänderung im Eurogress vor. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Kurz vor Anpfiff hatten die Kontrahenten noch die Friedenspfeife herausgeholt - zumindest atmosphärisch - und zur Fairness aufgerufen. Trotz aller zu erwartenden Scharmützel um Vereinswappen, Kandidatenbestimmung und Stärkung der Mitgliederrechte.

Und so wirkte es schon ein wenig inszeniert,als Jupp Ebert nach der Begrüßung durch Präsident Dr. Alfred Nachtsheim das Alemannia-Lied „You never walk alleng” anstimmte. Ein Einschwören auf den Alemannia-Geist. Obs klappt? 649 Mitglieder waren gespannt.

Ehrungen, vereinzelt ausufernde Berichte der Abteilungen, Leichtathleten, Volleyball, alles ein Grund zur Freude. „Wir müssen uns auf den Plätzen keine Sorgen um die Alemannia machen”, freute sich Nachtsheim in seinem Bericht. Im Wesentlichen ging es dem Präsidenten aber doch darum, Frieden und Einheit zu beschwören: „Im Sommer werden wir uns zusammensetzen. Die Deutsche Fußball Liga schreibt vor, bei Wahlen einen Film vorzuschalten. Vielleicht ist ein Wahlausschuss die Lösung. Wie kann eine Satzung gestaltet werden, die die Mitglieder stärker einbindet? Das sind die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen müssen.”

Aber er zitierte auch eine andere Prioritätenliste: Der Jugendfußball habe keine Plätze, unter Hochdruck werde an der Umfinanzierung der enormen Stadionlast gearbeitet. Nachtsheim warnte vor Verhältnissen wie beim HSV, wo der Fußball nur noch eine nachgeordnete Rolle hinter den Räten spiele. Alemannia habe nicht nur Freunde in der Region. Sein Appell: „Lasst uns aus den Gräben herauskommen und keine Nabelschau beginnen.” Der Applaus dürfte ihn beruhigt haben. Vorerst.
Eine Nagelprobe war die Entlastung des Vorstandes. Manfred Lorenz, Verwaltungsratsvorsitzender, drängte auf die Entscheidung: „Husch, husch, die Hände hoch”, er sah zunächst auch nur zwei Verneinungen. Tatsächlich basiert die Entlastung nach Auszählung auf 447 Ja-Stimmen zu 140 Nein-Stimmen.

Dann der Knackpunkt der Veranstaltung, der Antrag auf Satzungsänderung. „Der Weg zu mehr Kontinuität, Stabilität und Qualität”, wie die Satzungsgruppe postuliert hat - und die Chance auf mehr Auswahl für zu wählende Gremienvertreter. Hans-Werner Fröhlich führte die kompletten Argumente für die Änderung ins Feld. Präsidiumsmitglied Dr. Christoph Terbrack forderte Zeit ein. Der Entwurf lasse zu viele Fragen offen. Im Mai soll ein Kongress am Tivoli stattfinden, mit Mitgliedern, DFL- und DFB-Vertretern und den „Verein von übermorgen beraten”.

Er argumentierte ganz als Jurist. Dann kochten die Emotionen langsam hoch. Zahlreiche Wortmeldungen waren ein handfestes Indiz für den Diskussionsbedarf. Wie werden Gesprächszusagen garantiert? Wieso soll eine größere Wahlmöglichkeit „Teufelswerk” sein? Die Uhr tickte Richtung Mitternacht, die Argumente wiederholten sich. Das Präsidium drängte auf Abstimmung, die Diskussion wurde beendet - und Fröhlich streckte gemeinsam mit Antragsteller und Alemannia-Mitglied Hans-Dieter Schaffrath die Hand aus. Eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe sollt es jetzt richten. Dieser Antrag wurde einstimmig zugelassen. Die Änderungsanträge zur Satzung erhielten hingegen nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit.

In seinem Sportbericht forderte Sportdirektor Erik Meijer mehr Unterstützung seitens der Stadt, stellte aber auch die finanzielle Unterstützung der Alemannia-Volleyballerinnen auf den Prüfstand.
Am Ende wurden dann auch noch die Ergebnisse der Ergänzungswahlen ausgezählt. Michael Nobis und Helmut Kutsch komplettieren den Aufsichtsrat der Alemannia GmbH. Der Ältestenrat wurde neu gewählt. Ihm gehören Heinz Becker, Leopold Chalupa, Josef Martinelli, Joaquin Montanes, Michel Pfeiffer, Manfred Reinders und Andre Venth an. Nicht gewählt wurde Prof. Dr. Helmut Breuer.

Er erlitt genauso eine Niederlage wie Hans-Peter Appel, der in den Verwaltungsrat wollte, aber nur knapp 31 Prozent erhielt. Jens Dautzenberg sitzt hingegen neu im Gremium. Als das bekannt gegeben wurde, zeigte die Uhr bereits 0.33 Uhr an. Es war geschafft, die meisten Teilnehmer waren dies auch. Nur Ehrenpräsident Leo Führen hatte noch Luft und verabschiedete die Alemannen mit seinem obligatorischen dreifachen „Hipp hipp hurra”.
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