Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

AKV-Parallelwelt im Ersten

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
fernsehenaz
Montagabend in der ARD: Die Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst” - im Mittelpunkt AKV-Präsident Horst Wollgarten, Ritter Jürgen Rüttgers und Laudator Mario Adorf (v. l.). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Aus 215 Minuten exakt 105 Minuten Programm geschnitten. Gesendet am Montagabend mit zweitägiger Verspätung in der ARD. Wer am Samstag Abend im Eurogress saß und sich am Montag vor dem TV-Gerät lümmeln durfte, erlebte nicht nur wegen des erhöhten Faktors der Gemütlichkeit eine andere AKV-Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst” an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

Eine medial professionell aufgearbeitete „Parallelwelt” des Live-Geschehens mit überwiegend kurzweiligem Unterhaltungswert.

Neues Rezept erkennbar

Das Rezept der Zauberkunst im Dreieck WDR, neuer Produktionsgesellschaft Kimmig GmbH und AKV wurde auf dem Bildschirm klar erkennbar: Drei Beiträge ganz herausgekegelt, weitere sechs Programmpunkte in der zeitlichen Reihenfolge nach vorne und hinten versetzt.

Und: Die restlichen elf Auftritte vielfach sinnvoll gekürzt. Weiter: Schnelle Schnitte zwischen den Programmnummern, ständige Einblendungen feiernder, trinkender, singender Promis wie Adorf, Genscher, Westerwelle, Marjan, Schauzer, Merz, Genscher und was die AKV-VIP-Welt noch so alles hergibt.

Immer wieder wechselnde Perspektiven aus neun Kameras, die andere Erlebniswelten schaffen als zwei Augen irgendwo im Eurogress. Nicht zu vergessen: Die im Fernsehen wirkungsvollen Foto- und Videosequenzen auf Vollbild, die sich im Live-Erlebnis des Saales auf zwei Leinwänden als Programmkulisse verlieren und eher als Unterbrechung wirken.

Okay, das alles machte auch im TV den im Vergleich zum Vorjahr verbesserten AKV-Präsidenten und Moderator Horst Wollgarten nicht spontaner, Renate Schmidt oder Charles & Camilla (Holger Paetz und Ulli Bauer) nicht komischer, Klaus & Klaus nicht weniger altbacken und das ohnehin zuweilen herausgeschnittene Fernsehballett nicht origineller. Es war auch auf dem Bildschirm das Konzept der sieben Gratulanten aus aller Welt zur 60. Festsitzung nicht entschlüsselbar, weil es nur anfangs kurz erklärt wurde. Und auch die herumstehende Kölner Ehrengarde wurde nicht temperamentvoller, weil man ihren Kommandanten nur eine statt sieben Minuten schwadronieren ließ.

Aber: Heraus kam am Ende eine durchaus lebendige Fernsehshow mit karnevalistischem Hintergrund. Allerdings war das ein Produkt, das zum 60. Jubiläum von den Ursprüngen des AKV-Ordens so weit entfernt war wie dessen Erfinder Jacques Königstein von Florian Silbereisen, der Symbolfigur für „seelenlose Austauschbarkeit” im TV. So formulierte es der altgediente AKV-Knappe Armin Halle am Abend der Festsitzung.

Stoff für Diskussionen

Über all das wird man in nächster Zeit in Aachen trefflich diskutieren. Im Spannungsfeld von Brauchtum und Show, Tanzmariechen und glimmernden Ballettmiezen, Ritterrede und Comedy. Die am Montag erzielte Quote wird das ihre dazu tun.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert