Aachen - Abschiedssymposium für Professor Schumpelick

Abschiedssymposium für Professor Schumpelick

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
Schumelik
Gut gelaunt Abschied nehmen: Professor Dr. Dr. Volker Schumpelick.

Aachen. An den Taxifahrer von damals denkt er noch heute dankbar zurück: „Als ich 1985 zum Klinikum kam, um mich vorzustellen, wollte ich gleich wieder umkehren, als ich das Gebäude sah, das mir überhaupt nicht gefiel”, erzählt Professor Dr. Dr. Volker Schumpelick, scheidender Direktor der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Aachen.

„Der Fahrer meinte: ,Gehen Sie ruhig mal hin, die sind ganz gut...´, und damit hatte er recht.” Am Freitag nahm Schumpelick nach 25 bewegten Jahren als Arzt, Wissenschaftler und Hochschullehrer Abschied vom Aachener Lehrstuhl. Der Große Hörsaal 3 des Uniklinikums stand dabei ganz im Zeichen eines „Symposiums der zwölf Fragen”, zu dem Schumpelick Gäste aus ganz Deutschland eingeladen hatte.

Sie folgten nicht nur dem Ruf, sondern arbeiteten in gut fünf Stunden mit Scharfsinn, Humor, rhethorischem Geschick und umfangreichem Wissen bereitwillig auf, was ihren Gastgeber als „Extrakt” seines beruflichen Lebens beschäftigt. „Eine glückliche Zeit ist zu Ende, ich gehe mit Wehmut, aber zugleich mit Stolz auf das Erreichte”, sagt Schumpelick, Autor von über 40 Büchern, „Vater” von etwa 80 Doktoranden und Begleiter für 35 Habilitationen. Sein Fazit: „Es ist noch so viel zu tun.”

Mit seinen geradezu magischen „zwölf Fragen” gab er am Freitag dem Nachdenken über Patienten, Ärzten, Zukunft und Vergangenheit Struktur. Was ist etwa von der Humangenetik zu halten? Eröffnet sie wirklich neue Wege des Heilens? Ersetzt sie irgendwann den Operateur? Und wer ist eigentlich „der Patient”? Ein Mensch, der sich den perfekten Körper wünscht, oder jemand, der selbst mit einer Erkrankung ein erfülltes Leben leben kann?

Schumpelick: „Die Neugier bleibt, und ich erkenne Verhaltensweisen, die sich in meinem Fachgebiet tatsächlich wiederholen.” Es halten sich nach seinem Eindruck manchmal überschießende Begeisterung für modernste Verfahren und zögerliche Skepsis für aktuelle Entwicklungen die Waage. Ob Sicherheit der Chirurgie, Gefahren einer extremen Spezialisierung oder Radikalität der Krebschirurgie - die Vortragenden waren zu durchaus unbequemen und hintergründigen Antworten bereit.

Nach Fragen zum Thema „Krankenhausketten” und der Einschätzung, dass die Regierenden häufig brisante Fragen wie „Sterbehilfe” oder „Patientenverfügung” an die Anonymität des Bundesverfassungsgerichts abschieben, hatte der Chirurg zum Finale der „zwölf Fragen” zwei effektvolle Abschlussthemen vorbereitet. Während sich Bernhard Vogel, früherer rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, mit dem Gedanken „Wie politisch darf Medizin sein?” beschäftigte, analysierte Schumpelick jene Problematik, die ihn seit Jahrzehnten bewegt: „Was zählt mehr - ärztliche Freiheit oder Ökonomie?” Sein ganz persönliches Bekenntnis: „Ärztliche Freiheit durch Ökonomie...”

Aachen verlässt er nun mit einem optimistischen Blick in die Zukunft: „Die Aufbruchstimmung und der Wille, etwas gemeinsam zu schaffen, die damals hier herrschten, sind bei den neuen jungen Kollegen erneut spürbar. Ich würde am liebsten wieder mitmachen...”
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