Aachen - Abschied von Propst Müllejans: „Mittler zwischen den Religionen”

Abschied von Propst Müllejans: „Mittler zwischen den Religionen”

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Im Dom verabschiedete Oberbürgermeister Jürgen Linden seinen Freund Hans Müllejans. Foto: Harald Krömer

Aachen. Still ist der ehemalige Dompropst Hans Müllejans am Mittwoch vergangener Woche aus dieser Welt geschieden, am Freitag wurde er mit angemessenem Zeremoniell in der Domherrengruft bestattet.

Trauer um diesen freundlichen Menschen und ausgezeichneten Kleriker beherrschte die Szenerie, doch es war keine Verzweiflung dabei. Es schien, als ob an diesem bedeckten Morgen der milde und positiv der Welt zugewandte Charakter des Verstorbenen bis in seine Totenmesse ausstrahlte.

Vor der Domtüre lagen aufgeschlagen die Kondolenzbücher, die Trauernden trugen sich eifrig ein.

Die Menschen dieser Stadt hatten bereits seit einer Woche Abschied nehmen können von ihrem unermüdlichen „Bettler für den Dom”, der mit seiner großen Überzeugungsraft Geld sammelte und dem Gotteshaus in seinem jetzigen Glanz das Überleben sicherte.

Rund 2000 Menschen nutzten die weißen Kondolenzseiten, um für Hans Müllenjans einen letzten Gruß zu formulieren, eine stattliche Zahl. Oft sprachen anrührende Textpassagen vom Dank an den Geistlichen, mehrzeilig wurden Begegnungen und Erlebnisse berichtet, die bei denen, die sie schrieben, tiefe Spuren hinterlassen haben.

Von Spuren des Menschen Müllejans in dieser Stadt sprach auch der Oberbürgermeister in seiner Trauerrede, gerade Jürgen Linden pflegte eine tiefe, langjährige Freundschaft zu ihm.

Ein Brückenbauer

„Wir nehmen Abschied von einem Ehrenbürger und vor allem von einem großen Freund dieser Stadt”, begann er seine eindringliche Rede neben dem Sarg stehend. „Er war der gute Mensch von nebenan, einer von uns, der Freude und Leid teilte”, beschrieb Linden das tiefe Zugehörigkeitsgefühl des Wahl-Aacheners zu den Menschen rund um „seinen” Dom.

Stichwort Dom: In seinen 27 Jahren als Dompropst habe er Unglaubliches für das Bauwerk und mithin für die Stadt Aachen geleistet. Doch das alles griff für Linden zu kurz: „Er war ein Mittler und ein Brückenbauer für dieses Leben”, beschrieb der OB die inneren Überzeugungen des Verstorbenen.

Jener habe sich sowohl bedingungslos für „das soziale Aachen” wie für einen beständigen Dialog „der Religionen und Kulturen” eingesetzt - dies immer in äußerster Freundlichkeit, mit der er rastlos im Hintergrund arbeitete, um dann richtiges „Profil im Vordergrund” zu zeigen. Und: „Er wird vielen sehr fhelen, vergessen wird er nie”, schloss der OB

Nur wenig stand ihm Minister Armin Laschet als Abgesandter der Landesregierung nach, auch er begann sehr persönlich. „Ich lernte den Dompropst mit 16 kennen, ich war Messdiener.” Laschet beschrieb ihn als eine Art Botschafter, als einer „der ansteckte mit seinem Engagement”.

Gerade für die Marienkirche, die er im inneren als „klingende Kathedrale” erhalten wissen wollte. Dabei habe er stets nicht nur „die großen Stifter” im Auge gehabt, Müllejans habe gerade die vielen kleinen individuell und „mit Menschenliebe” angesprochen.
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