Aachen - Aachens Rathaus wird wohl nicht Weltkulturerbe

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Aachens Rathaus wird wohl nicht Weltkulturerbe

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
Aachen/Wochenmarkt/Rathaus
Das Aachener Rathaus wird voraussichtlich nicht in die Liste der Weltkulturerbe-Denkmäler aufgenommen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Überrascht und vor allem enttäuscht ist Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden von einer Einschätzung, die das Aachener Rathaus betrifft: Das Bemühen, das historische Gebäude ins Weltkulturerbe der Unesco aufnehmen zu lassen, scheint im Moment gescheitert.

Das geht jedenfalls aus den entsprechenden Beschlussvorlagen für eine Sitzung des Welterbekomitees hervor, das jetzt in Sevilla zur entscheidenden Beratung zusammenkommt.

Ende des vergangenen Jahres hatte die Stadt gemeinsam mit dem Land NRW und dem Domkapitel einen entsprechenden Antrag eingereicht, der als „geringfügige Erweiterung” des Weltkulturerbes Aachener Dom firmierte.

Bereiche direkt am Dom sollten davon ebenso betroffen sein wie das Areal einer ehemaligen mittelalterlichen Querverbindung zum vis-à-vis liegenden Rathaus mit seinem karolingischen Granusturm - also weite Teile der mittelalterlichen Pfalzanlage.

„In der Vorlage ist formuliert, dass es sich nicht mehr um eine geringfügige Erweiterung handele”, sagte Linden am Sonntag auf Anfrage, nannte damit aber zugleich einen Ansatzpunkt, um das Vorhaben eventuell doch noch umzusetzen. Denn jetzt versucht die Stadt, den Antrag von der Sitzung streichen zu lassen und die Kriterien noch genauer zu hinterfragen, was Geringfügigkeit bedeutet. Ein zweiter Anlauf ist also nicht ausgeschlossen.

Überrascht ist der Aachener OB aber auch, weil er seinerzeit positive Signale von Unesco Deutschland erhalten hatte. Wichtige Vorarbeiten wie eine exakte Vermessung und eine Anpassung der Denkmalschutzsatzung waren bereits geleistet worden.

Den Weg über die „geringfügige Erweiterung” des Welterbes Dom hatte man bewusst gewählt, um den Entscheidungsprozess zu verkürzen. Ein neuer Antrag speziell für das Rathaus hätte eine prognostizierte Bearbeitungszeit von bis zu 20 Jahren mit sich gebracht. Linden: „Unser Antrag wird jetzt eventuell überarbeitet. Wir haben bereits vier Jahre Arbeit in die Sache investiert.”
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