Aachen - Aachener Wissenschaftler: Wie die Welt noch zu retten ist

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Aachener Wissenschaftler: Wie die Welt noch zu retten ist

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
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Zog die Zuhörer in seinen Bann: Der Zukunftsforscher Franz Josef Radermacher. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nein, die Welt kann er nicht retten. Das will und muss er auch gar nicht. Franz Josef Radermacher spricht lieber über die Frage, ob wir überhaupt noch zu retten sind. Was so abstrakt klingt, erscheint bei dem Zukunftsforscher plötzlich ganz praktisch.

Mehr noch: Wenn der Professor für Datenbanken und Künstliche Intelligenz der Universität Ulm über dieses Thema spricht, bleibt es nicht bei komplexen Fragen. Es gibt auch Antworten. Genau die hatte der Referent, der einst Mathematik an der RWTH studierte, bei seinem Vortrag auf Einladung der Initiative Aachen im restlos gefüllten Hörsaal der FH Aachen stets parat.

„Franz Josef Radermacher wird Sie begeistern“, versprach Gisela Engeln-Müllges, Sprecherin der Initiative. Sie sollte Recht behalten. Und das lag besonders daran, dass Radermacher stets eine gehörige Portion Witz in petto hatte. Dabei hätte den gut 300 Besuchern ob der finsteren Zukunftsprognose eigentlich kaum zum Lachen zumute sein dürfen. Schließlich sei die Explosion der Weltbevölkerung in den vergangenen 50 Jahren von drei auf sieben Milliarden Menschen beunruhigend, betonte Radermacher. „Der zunehmende Lebensstandard mit dem damit verbundenen zunehmenden Ressourcenverbrauch überfordert die Welt“, sagt er.

Die Frage sei, ob wir in Zukunft unsere zivilisatorische Qualität beibehalten und auf die ärmeren Länder übertragen könnten. Grundvoraussetzung für dieses Vorhaben sei das sogenannte Grüne Wachstum, erläuterte Radermacher. Heißt konkret: Die ärmeren Länder müssten reicher werden und das Klimaproblem gleichzeitig in den Griff bekommen. Ebenso müsse sich die Zivilgesellschaft mit der Politik und den Unternehmen verbünden, um eine „Global Governance“ bilden zu können.

Zwar sei die Lage auf dem gesamten Globus derart schlecht, dass man anfange, die Hoffnungen zur Rettung der Welt zu zählen, sorgte Radermacher für einen seiner zahlreichen Lacher, hoffnungslos sei es deswegen aber nicht: „Ich sehe genau zwei Hoffnungen. Die eine ist die Entwicklung der G8 zur G20, die durch die Einbeziehung der wichtigsten Länder der Welt eine Art entfernte Weltdemokratie darstellt. Zum anderen kann eine Moralisierung der Märkte nachhaltig dazu führen, dass unser globales System Märkte mit fairen Preisen etabliert.“ Radermacher erntete minutenlangen Applaus für sein Schlussplädoyer.

Beifall gab es auch für die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, die unser Chefredakteur Bernd Mathieu moderierte. Neben Radermacher stellten sich Christiane Vaeßen, Honorarkonsulin der Niederlande und Prorektorin der FH Aachen, Michael Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Harald Dyckhoff vom RWTH-Lehrstuhl für Nachhaltige Produktion und Aachens OB Marcel Philipp den Fragen. In einer lebhaften Diskussion blieb am Ende das überwiegend zuversichtliche Gefühl zurück, die weltweiten Probleme lösen zu können. Auch bei den Besuchern war das zu spüren. Selbst in beunruhigenden Zeiten.

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