Aachen - Aachener Westbahnhof weicht 2011 dem Campus-Großprojekt

Aachener Westbahnhof weicht 2011 dem Campus-Großprojekt

Von: Verena Müller
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campusgrafik
Auf Melaten (in der Grafik links zu sehen) wird das bestehende Hochschulgebiet fast verdoppelt; der Campus Westbahnhof erstreckt sich auf erheblichen Teilen der ehemaligen Gleisanlagen des alten Westbahnhofs. Eine neue Brücke soll zudem die beiden Hochschulentwicklungsgebiete verbinden und den durch tausende Arbeitsplätze entstehenden Verkehrsandrang an bestehenden Wohngebieten vorbei kanalisieren. Grafik: zva

Aachen. Die RWTH Aachen will ihre Grundfläche auf eine Million Quadratmeter verdoppeln, aber nicht irgendwo im Umland, sondern zentral in der Stadt. Während die Planungen für den Campus auf Seffent/Melaten bereits fortgeschritten sind, verzögerten die Verhandlungen zwischen Deutscher Bahn und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW die Ausdehnung der RWTH Aachen auf dem Gelände des Westbahnhofs.

Jetzt, nach drei Jahren, wurden sich Bahn und BLB handelseinig. Nach Informationen unserer Zeitung liegt die Kaufsumme bei rund 50 Millionen Euro.

Die Bahn wollte diese Zahl weder dementieren noch bestätigen. In der Summe, die der BLB als Infrastrukturdienstleister der Hochschulen in NRW an die Bahn zahlt, sind bereits die Kosten enthalten, die auf die Bahn mit Rück- und Neubaumaßnahmen zukommen.

So müssen für mehrere Millionen Euro Gleise verlegt und Gebäude abgerissen werden. Bis 2011 soll das soweit gediehen sein, dass die RWTH auf dem Gelände mit der Entwicklung von sechs Kompetenz-Clustern beginnen kann.

Forschung und Wirtschaft sollen hier eng verzahnt werden. 15 solcher Cluster plant die RWTH Aachen insgesamt auf ihrem erweiterten Campus-Gelände ein.

Zu den Besonderheiten des Campus´ Westbahnhof gehören ein Kongress- und Hotelzentrum, Gastronomiebetriebe, Einkaufsmöglichkeiten, eine Bibliothek und weitere Service-Einrichtungen.

Zu den geschätzten 5500 Arbeitsstellen innerhalb der Cluster sollen hier weitere 4500 Stellen entstehen.

Mit dem Vertragsabschluss zum Westbahnhof-Gelände kann die RWTH Aachen nun in konkrete Verhandlungen mit rund 65 Unternehmen treten, die sich entweder in neue Gebäude einmieten oder selbst bauen wollen.

„Bis 2010/2011 wollen wir den wesentlichen Teil der ersten Cluster hinkriegen”, sagt der Prorektor der RWTH Aachen, Professor Günther Schuh.

In einem Zeitraum von sechs bis acht Jahren sollen sich auf dem RWTH-Aachen-Campus bis zu 150 nationale und internationale Unternehmen ansiedeln können.

Drei Milliarden Euro sollen in den Campus fließen, eine Milliarde davon fließt allein ins Gelände am Westbahnhof. Die Stadt Aachen hat 15 Millionen Euro für die Erschließungskosten in die mittelfristige Planung des Haushalts eingestellt.

NRW stellt für die Modernisierung von Hochschulen im ganzen Land fünf Milliarden Euro zur Verfügung, zwei Milliarden sind zusätzlich für neue Flächen vorgesehen.

Den Rest, der zur Realisierung des Campus fehlt, hofft die RWTH, über Erbpachten und Investitionen der Wirtschaft abdecken zu können. Spätestens im Jahr 2020 sollen sämtliche Bauarbeiten abgeschlossen sein.
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