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Aachener Region vor dem Bahninfarkt

Von: Von Marlon Gego und Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
Rammbock Vetschau
Endstation Aachen-Vetschau: Bis an dieser Stelle das Schienennetz zwischen Aachen und Maastricht geschlossen werden kann, werden noch Jahre vergehen. Foto: Marlon Gego

Aachen. Die Aachener Region steht vor einem Verkehrskollaps, jedenfalls glaubt das der Verkehrsexperte Hans-Joachim Sistenich. Ein gutes Beispiel dafür sind drei seit längerem geplante Bahnprojekte, die überhaupt nicht vorankommen: die Verbindung Aachen-Maastricht, die Verbindung Heerlen-Herzogenrath-Aachen und das dritte Gleis für die seit Jahren völlig überlastete Bahnverbindung Aachen-Düren-Köln.

Noch im Sommer 2011 hatte der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) verkündet, dass schon Ende 2014 erstmals Züge zwischen Aachen und Maastricht verkehren werden. Heute, zwei Jahre später, hat noch nicht einmal die Planungsphase richtig begonnen. Nach Informationen unserer Zeitung scheitert der Aus- und Neubau der Strecke vor allem an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

„Es gab unzählige Sitzungen und Gespräche auf allen Ebenen, aber Ergebnisse gab es so gut wie keine. Es ist fürchterlich“, sagt jemand, der mit dem Projekt befasst ist, seinen Namen in diesem Zusammenhang nicht in der Zeitung lesen möchte.Verkehrsexperte Sistenich, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes, sagte am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung, dass an eine Prognose über die Inbetriebnahme der Strecke Aachen-Maastricht „im Moment nicht zu denken“ sei.

Dass die Planungen auch der Strecke Heerlen-Herzogenrath-Aachen nicht vorankommen, hat außer mit den Schwierigkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aber auch andere Gründe: Die Finanzierung beider Bahnprojekte ist auf deutscher Seite noch immer nicht gesichert. Und das, obwohl Oberbürgermeister Philipp die Finanzierung vor zwei Jahren noch als Formsache bezeichnet hatte.

Für das wichtigste Bahnprojekt der Region, nämlich den dreigleisigen Ausbau der Strecke Aachen-Düren-Köln, sind zumindest formale Voraussetzungen geschaffen worden. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat das dritte Gleis in den Bedarfsplan ausgenommen. In einem nächsten Schritt wird das Bundesverkehrsministerium im nächsten Jahr darüber entscheiden, ob das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen wird. Erst dann könnte überhaupt mit der Planung begonnen werden.

Am heutigen „Deutschland-Tag des Nahverkehrs“, initiiert von der Infrastrukturinitiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), machen bundesweit 30 Verkehrsunternehmen und –verbünde auf den Sanierungsbedarf bei Bus und Bahn aufmerksam.

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