Aachener Kreuz: Nadelöhr an der A4 wird entschärft

Von: Udo Kals
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Ende einer Baustelle: Nach der Fertigstellung einer weiteren Brücke im Aachener Autobahnkreuz müssen Verkehrsteilnehmer ab Samstag in Richtung Niederlande nicht mehr die Umfahrung nutzen, sondern können auf zwei Spuren geradeaus fahren. Die weiteren Fahrbahnen auf der neuen Brücke dürfen noch nicht genutzt werden. Foto: Flying Eye

Aachen. An kniffligen und mitunter gefährlichen Stellen wird es auch weiterhin an der Großbaustelle Aachener Autobahnkreuz nicht mangeln. Doch am Freitag und Samstag wird zumindest ein Nadelöhr entschärft, vor dem selbst die Verantwortlichen mächtig Respekt hatten.

Wurden die in Richtung Niederlande über die A4 fahrenden Verkehrsteilnehmer seit Ende Juni 2013 mitten im Kreuz über eine Baustellenumfahrung geführt, hat dieser rund 500 Meter lange Streifen Asphalt ab dem 10. Mai wieder ausgedient: Das zwischenzeitlich 7,50 Meter tiefe Bauloch ist längst gefüllt – Autos, Lastwagen und Busse können ab Samstag über die neue Brücke fahren, die in den vergangenen 15 Monaten hochgezogen wurde.

„Der Verkehr rollt dann an dieser Stelle so wie vor dem Bau der Brücke“, sagt Klaus Erdorf vom Landesbetrieb Straßenbau. Zumindest vorübergehend. Schließlich wird der Verkehr in Teilen noch einmal anders fließen, wenn das Kreuz in wenigen Jahren komplett ausgebaut sein wird. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Im Hier und Jetzt ist Erdorf froh, dass durch die Umfahrung, die für den Bau der Brücke nötig war, kein Unfallbrennpunkt entstanden war. Denn: Die zuvor schon recht kurze Zone von wenigen hundert Metern, in der sich Auto-, Lkw- und Busfahrer aus Düsseldorf und Belgien über die A44 sowie aus Köln über die A4 im Aachener Kreuz in Richtung Europaplatz beziehungsweise Niederlande einordnen, verkürzte sich wegen der Baustelle nochmals.

„Wir wussten, dass dies eine gefährliche Stelle werden könnte. Doch es ging nicht anders“, sagt der Diplom-Ingenieur und freut sich darüber, dass es sehr selten gescheppert hat. Und überhaupt, sagt Erdorf, verlaufe der Ausbau des Kreuzes insgesamt recht reibungslos. „Wir verzeichnen sogar weniger Unfälle als vor dem Beginn des Umbaus im September 2009.“

Damit sich dies nicht ändert, wird die Einfädelzone wieder verlängert. Was bleibt, ist das Tempolimit: Mehr als 60 Kilometer pro Stunde dürfen nicht gefahren werden. „Damit haben wir in diesem Bereich gute Erfahrungen gemacht. Das ist weiterhin sinnvoll. Auf der Brücke gilt dann Tempo 80“, sagt Erdorf und weist darauf hin, dass vorerst nur zwei der vier vorhandenen Fahrspuren freigegeben werden. Der Grund: Nach 800 Metern wird die A4 sowieso wieder zweispurig. „Da wollen wir zu häufige Fahrbahnwechsel verhindern“, sagt Erdorf, der bereits an den nächsten Bauabschnitten arbeitet.

So wird in der kommenden Woche die Asphaltschicht der bisherigen Baustellenumfahrung ausgefräst, um Platz für den Bau der restlichen Fahrspuren im nördlichen Teil des Aachener Kreuzes zu schaffen. Ende 2015 sollen alle Strecken, über die der Verkehr Richtung Niederlande fahren soll, fertig sein, sagt Erdorf.

So beginnen nun auf der A44 auch zwischen Aachen-Brand und dem Kreuz Arbeiten für eine dritte Fahrspur, über die die Verkehrsteilnehmer künftig von Belgien aus kommend ihren Weg in die Niederlande finden sollen. Zusammen mit der Sanierung der Entwässerung kostet dies rund sechs Millionen Euro.

Voraussichtlich im Frühjahr 2015 startet darüber hinaus der sechsspurige Ausbau der A44 zwischen dem Aachener Kreuz und der Anschlussstelle Broichweiden. Mitte kommenden Jahres wird schließlich, wenn laut Erdorf alles optimal läuft, auch die Brücke befahren werden können, die seit Monaten etwas verloren im Kreuz steht und seither nur von Graffiti-Sprayern genutzt wird.

Über das rund 1,6 Millionen Euro teure Bauwerk wird dann der aus Düsseldorf kommende Verkehr von der A44 jeweils zweispurig in Richtung Europaplatz (A544) und Niederlande (A4) gehen. Eine gute Nachricht: Denn damit verschwinden weitere knifflige und mitunter gefährliche Stellen der Großbaustelle Aachener Kreuz.

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