Aachen - Aachener JVA möchte mehr für Opfer tun

Aachener JVA möchte mehr für Opfer tun

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Aachener JVA möchte mehr für Opfer tun. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Mit 731 Gefangenen ist die Aachener Justizvollzugsanstalt (JVA) derzeit nicht komplett belegt, das theoretische Maximum liegt bei 769. So konnte Anstaltsleiterin Reina Blikslager zusammen mit dem Gefängnisbeirat am Freitag auf der Jahrespressekonferenz der JVA von einer momentan „entspannten Situation“ in der Anstalt berichten.

Das nordrhein-westfälische Justizministerium stattete die JVA dieses Jahr mit vier zusätzlichen Stellen aus. Zwei Psychologen und zwei Sozialarbeiter sollen sich nun speziell um die Betreuung von Gefangenen kümmern, die nach Ablauf ihrer Haftstrafe in die Sicherungsverwahrung wechseln.

Der Gefängnisbeirat, der vom Landtag bestimmt wird und in dem sich örtliche Vertreter sowohl um Belange der Anstalt als auch der Gefangenen kümmern, begrüßte eine Initiative des evangelischen Gefängnispfarrers Ulrich Pohl. Denn Pohl bekam eine zusätzliche Aufgabe, er ist jetzt „Opferschutzbeauftragter“ und will per Telefon den Opfern von Straftaten helfen. Die Opfer rücken mehr und mehr in den Fokus, so dass der Seelsorger sich ab sofort als Ansprechpartner jener Opfer von Straftaten sieht, die möglicherweise einen Kontakt zum Täter herstellen wollen, auch um ihre Traumata zu verarbeiten. „Wir können allerdings keine Therapie ersetzen“, warnte Blikslager vor zu hohen Erwartungen.

Zurzeit wird die JVA für die vom Verfassungsgericht festgesetzten neuen Standards für Sicherungsverwahrte umgebaut. Bis 2016, wenn alle Sicherungsverwahrte, also alle schwerkriminellen Sexual- und Gewalttäter mit einer weiterbestehenden Gefährdung für die Öffentlichkeit, in die JVA Werl verlegt werden, müssen diese Standards auch in Aachen gewährleistet sein. Hier sind zurzeit 53 Insassen in Sicherungsverwahrung, bis zu 67 Plätze seien möglich, hieß es am Freitag. Abteilungsleiterin Monika Isselhorst-Zimmermann bestätigte, dass es in der JVA weiterhin sechs sogenannte Altfälle gebe, also Straftäter, bei denen nach Urteilen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte von den Strafvollstreckungsbehörden überprüft werden muss, ob sie entlassen werden können.

Erst in dieser Woche kam nach Informationen unserer Zeitung erneut ein Straftäter frei, der in Straßburg auf Freilassung geklagt hatte.

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